Kein Kindergartenplatz für den kleinen Nico
Nico Grasel ist kein gewöhnliches Kind. Der 13 Monate alte Bub leidet an einer Form der Epilepsie, die seine Muskeln hin und wieder zucken lässt. Er bekommt deswegen keinen Platz im städtischen Kindergarten. Die Eltern sind verzweifelt und erheben schwere Vorwürfe gegen die Stadt.
"Wir fühlen uns von der MA 10 schlichtweg verarscht", sagt Nicos Vater Thomas Grasl bitter. Im Jänner dieses Jahres habe man Nico in einem Kindergarten angemeldet, im Mai beim Erstgespräch mit der Leiterin haben die Eltern die Erkrankung genau erklärt, im Juni alle Befunde gebracht. "Nie war die Krankheit ein Problem", sagt Grasel, "wir haben sogar einen Brief bekommen, dass sich der Kindergarten auf Nico freut!" Am 5. September dann die überraschende Botschaft: Nico darf nicht in den Kindergarten, weil er ein Kind mit besonderen Bedürfnissen sei.
"Sie haben vier Monate über die Krankheit Bescheid gewusst", sagt Grasel. Wegen der späten Absage sei es nun nicht mehr möglich eine Tagesmutter, einen anderen Betreuungsplatz zu finden. Dreister Lösungsvorschlag der MA 10: Die Mutter solle ihren Job kündigen, um sich um den Sohn zu kümmern.
Philipps Mama fand selbst eine Lösung
Es ist nicht die einzige Fehlleistung der MA 10 dieser Tage. Auch für den 16 Monate alten Philipp, der an der Bluterkrankheit leidet, gab es, wie vor Kurzem berichtet, plötzlich keinen städtischen Krippenplatz. Begründung nach wochenlangem Zuwarten: Der Bub bräuchte eine eigene Betreuerin, was nicht machbar sei. Mutter
Tanja P., 24, war verzweifelt, beginnt sie doch ab Oktober eine neue Ausbildung.
Jetzt gab es ein Happy-End, ohne Hilfe der MA 10: Philipp hat einen Platz in der neuen, privaten Kinderkrippe "Rahma" in Liesing. "Wir haben eine Pädagogin, zwei Assistentinnen. Philipp zu betreuen ist kein Problem, er ist ja ein ganz normales Kind", sagt Leiterin Basma El-Alfy (es gibt übrigens noch Platz). "Es taugt Philipp hier", sagt Mama Tanja glücklich.
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