Chronik | Wien
03/13/2019

48er-Tandler: Van der Bellen mistet aus

Da der Präsident zu Hause gerade beim Ausmisten ist, nahm er den Termin gleich zum Anlass, nicht mehr Gebrauchtes abzugeben.

Hoher Besuch im "48er-Tandler" der Wiener Müllabfuhr: Am Mittwoch haben Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer im Altwarenmarkt in der Siebenbrunnenfeldgasse vorbeigeschaut. Da er zu Hause gerade beim Ausmisten ist, nahm er den Termin gleich zum Anlass, nicht mehr Gebrauchtes abzugeben: eine grüne Reisetasche und einige alte Bücher.

Vor allem mit der Tasche verbindet der Bundespräsident Erinnerungen: "Die habe ich vor Jahrzehnten in den USA gekauft, wie ich dort zu Besuch war." Zusätzlich spendete er ein Donald-Duck-Comic, "Die Katze des Rabbiners" von Joann Sfar und "Murphy" von Samuel Beckett.

Erlös für karikative Zwecke

Den "48er-Tandler" gibt es mittlerweile seit mehr als drei Jahren. Er befindet sich in einer ehemaligen Garage bei der Zentrale der Müllabfuhr (MA 48) in der Siebenbrunnenfeldgasse. Dort werden intakte Altwaren, die auf den Mistplätzen in eigenen Tandlerboxen gesammelt werden, und nicht abgeholte Fundgegenstände zu günstigen Preisen verkauft. Das Spektrum reicht von alten Möbeln über Bekleidung, Spielzeug, Sportgeräte bis hin zu Fahrrädern und Musikinstrumenten. Die Gegenstände werden vor dem Verkauf auf ihre Funktionstüchtigkeit kontrolliert. Der Erlös fließt in karitative Zwecke.

Vom Angebot des "48er-Tandlers" war Van der Bellen nach einem Rundgang durchaus angetan: "Das ist ja kein Schund, was da herumliegt. Das sind total brauchbare Sachen, die halt von den jeweiligen Vorbesitzern nicht benötigt wurden." Er selbst habe auch schon Interessantes entdeckt: "Hier bei den Büchern würde ich garantiert etwas finden, das Problem ist nur: Wir sind zu Hause ja noch beim Ausmisten. Wenn das erledigt ist, komme ich wieder her."

Vintage-Supermarkt

Auch Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) ist im Tandler-Shop schon fündig geworden: "Ich habe zwei alte Thonet-Sessel in einer Ecke entdeckt, die man noch ein bisschen herrichten musste. Die sind sehr schön." Auch Geschirr und Gläser habe sie bereits gekauft. Die Ressortchefin warb auch gleich für einen Besuch: "Es ist ein unglaublich tolles Geschäft, wo wir wirklich versucht haben, ein bisschen aus diesem 'Es ist alles ein bisserl so stinkert und grindig'-Eck' herauszukommen und einen coolen Vintage-Supermarkt aufzuziehen."