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Chronik Wien
08/13/2020

In manchen Bezirken bis zu fünf Wochen Wartezeit auf Reisepass

Was viele nicht wissen: Man kann die Dokumente überall beantragen.

von Markus Strohmayer

Corona-bedingt haben es Reisende derzeit nicht leicht. Für Wiener, die sich trotz Pandemie ins Ausland wagen, gab es aber zuletzt noch eine zusätzliche Hürde: Ungewöhnlich lange Wartezeiten bei der Beantragung neuer Reisepässe. So berichtet ein KURIER-Leser, der für sein Kind einen neuen Pass wollte, von knapp fünf Wochen Wartezeit.

Bei der zuständigen MA 62 wird bestätigt, dass es derzeit in den Flächenbezirken – speziell in Favoriten und Donaustadt – länger dauern kann. Dieser Umstand sei Corona geschuldet, da sich die Menschen nun im Vorfeld online für einen Termin anmelden müssen – und nicht wie bisher einfach vorbeikommen können. Es handle sich um eine Sicherheitsmaßnahme, um volle Wartezimmer zu vermeiden. Dadurch Umstand sind die Termine teilweise bis in den September vergriffen.

Überall ausstellbar

Aber: „Nur in den wenigsten Bezirken kommt es zu Wartezeiten. Die meisten Leute wissen das nicht, aber man kann sich auf jedem Passamt in ganz Österreich einen Reisepass ausstellen lassen“, beruhigt Oliver Birbaumer, Sprecher der Bezirksämter. Das heißt theoretisch können Wiener ihre Reisepässe nicht nur in allen 23 Bezirken beantragen und ausstellen lassen, sondern auch in anderen Bundesländern.

Zusätzlich gebe es auch immer die Möglichkeit, anzurufen und sich einschieben zu lassen, sofern ein dringender Grund gegeben ist. So verlangen manche Banken etwa einen gültigen Pass, wenn es um die Vergabe von Krediten geht. „In solchen Fällen lässt sich bestimmt eine Lösung finden“, meint Birbaumer.

Gleichzeitig betont er aber, dass es sich bei einem Pass in erster Linie um ein Reisedokument handle. Viele Leute seien der Meinung, immer einen gültigen Pass zu benötigen – etwa als Identifikationsdokument. Dafür reiche in den meisten Fällen aber auch ein abgelaufener Pass. Wer also keine Reise plant, müsse sich auch mit der Neuausstellung keinen Stress machen.

Große Nachfrage

2020 laufen in Österreich überdurchschnittlich viele Pässe ab. Das ist auf eine Gebührenerhöhung in der Vergangenheit zurückzuführen. Viele Österreicher holten sich kurz davor noch einen neuen Pass, der jetzt abläuft. Damit haben die Wartezeiten aber laut Birbaumer nichts zu tun: „Die Bearbeitung geht genauso schnell wie immer, nur mit der Terminvereinbarung kann es eben etwas dauern.“

Sobald der Pass einmal beantragt ist, vergehen in der Regel fünf Werktage bis zur Zustellung. Wie gewohnt, gibt es aber die Möglichkeit eines Expresspasses, der dementsprechend mehr kostet, oder eines Notpasses, der sofort ausgestellt wird, wenn es sich um eine unaufschiebbare Reise handelt.

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