Heckenschützen waren schon im Juli aktiv
Schon im Juli wollen die beiden mutmaßlichen Heckenschützen, die
Wien über Wochen in Atem hielten, ihr erstes Attentat auf der Donauinsel begangen haben. Das geht laut News aus den Einvernahmeprotokollen der beiden in U-Haft sitzenden 20-Jährigen hervor. Mario Hejl, Sprecher der Wiener Polizei, sagte, zu diesem Vorfall habe sich kein Opfer bei der Exekutive gemeldet.
In den Einvernahmen haben die beiden Männer, die Ende September verhaftet worden waren, bisher divergierende Angaben gemacht. Der von Normann Hofstätter verteidigte Verdächtige sagte aus, er sei nur am Steuer des weißen
Opel Astra gesessen, aus dem die beiden mit einer Luftdruckpistole zahlreiche Passanten angeschossen haben dürften. Sein Kompagnon - verteidigt von Florian Kreiner - hingegen behauptete, dass beide abwechselnd geschossen hätten.
Schussübungen
Letzterer gab laut News an, dass sein Komplize zu Jahresbeginn eine Luftdruckpistole gekauft hätte, später hätte auch er selbst sich eine Waffe besorgt. Erste Schussübungen erfolgten in einem Wald. Die Idee, auf Menschen zu schießen, hätte sein Komplize gehabt. "Das erste Mal haben wir Ende Juli auf der Donauinsel auf eine Person, die etwa 50 Meter von uns entfernt auf einer Parkbank saß, geschossen. Ich habe abgedrückt. Und anscheinend getroffen, weil wir die Person 'aua" schreien hörten".
Im Anschluss sollen die beiden mehrere Laternen auf der Donauinsel kaputt geschossen haben. Kurz darauf nahmen sie auf einem Parkplatz der Shopping City Süd Passanten ins Visier.
Am 15. September kam es schließlich zu einer Tour durch Wien mit 17 dokumentierten Schussattentaten.
Trittbrett-Täter
News zufolge gibt es Hinweise, dass seit dem Sommer ein weiterer Sniper mit einem schwarzen Golf unterwegs sein soll. Polizeisprecher Hejl wies dies zurück: "Das Landeskriminalamt fahndet nicht nach einem weiteren Sniper in einem schwarzen Golf." Sensibilisiert durch den Fall der beiden 20-Jährigen würden nun mehr Fälle angezeigt, die teilweise länger als die bisher dokumentierten zurückliegen, teilweise sich aber auch erst nach der Verhaftung des Duos ereignet haben sollen. Die Ermittler seien nun dabei, diese zu überprüfen und abzuarbeiten.
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