© Johannes Wolf

Chronik Wien
12/05/2011

Heckenschützen tut jetzt "alles leid"

Noch immer haben die beiden Verdächtigen keine Erklärung dafür, warum sie 18 Menschen angeschossen haben. Die Eltern sprechen.

Welcher "Teufel" jene zwei jungen, als verdächtige Heckenschützen von Wien ausgeforschten, Burschen geritten hat, bleibt vorerst weiter offen. Eine Antwort nach dem "Warum?" für ihre Serie von Schussattacken mit einer Luftdruckpistole blieben die beiden 20-Jährigen auch bei den neuerlichen Einvernahmen am Samstag bei der Polizei weiter schuldig.

"Sie stellen es so dar, dass sie es selbst nicht wissen", war dazu aus dem Landeskriminalamt zu hören. Selbst der Vorhalt an die beiden ansonsten geständigen Schulfreunde Raphael R. und Lukas G., dass eine Antwort auch den Richter entscheidend interessieren wird, führte bisher zu keinem Ergebnis.

Für die Kripo ist der Fall weitgehend geklärt. Einige weitere mögliche Schussattacken, von denen die Burschen gesprochen haben, müssen noch überprüft werden. Ebenso, ob das bei Lukas gefundene Luftdruckgewehr auch verwendet worden ist. Wie berichtet, hat sich das Duo eine Luftdruckpistole gekauft und diese gleich danach erstmals zum Einsatz gebracht. Derzeit hält man bei 18 verletzten Passanten und zwei, drei Sachbeschädigungen.

Die Verdächtigen wurden Samstagnachmittag in die Justizanstalt Josefstadt überstellt. Die Justiz muss nun bis spätestens Montag entscheiden, ob über sie die U-Haft verhängt wird. Eine Entscheidung, die unter Juristen unterschiedlich beantwortet wird. Den Burschen könnte sogar ein Strafverfahren wegen absichtlicher, schwerer Körperverletzung drohen (Strafrahmen bis zu fünf Jahre).

Eltern

"Wir haben keinerlei Erklärung, was sie sich da gedacht haben", sagen Raphaels Eltern im Gespräch mit dem KURIER. Sie selbst sind "ganz weg" über die Vorwürfe gegen ihren Sohn und dessen Freund.

"Ich konnte schon kurz mit Raphael sprechen, er ist natürlich mitgenommen, alles tut ihm sehr leid, er schämt sich vor seiner Familie", berichtet Raphaels Rechtsanwalt Normann Hofstätter. Raphael habe ihm zudem gesagt, dass er ja nie geschossen habe, sondern nur mit dem Auto gefahren sei. Denn Lukas habe keinen Führerschein. Eine genauere Beurteilung der Sachlage, so Anwalt Hofstätter, könne er erst nach Akteneinsicht abgeben.

"Ich bin immer gegen Waffen gewesen, wir hatten auch nie welche zu Hause", meint Raphaels Vater. Die letzte Monate seien für Raphael - der weder raucht noch trinkt und Drogen verurteilt - etwas schwierig gewesen, erzählt die Mutter. Denn der Betrieb, in dem er seine Lehre gemacht hat, ist pleite gegangen. In ein paar Tagen sollte der Automechaniker aber seine Gesellenprüfung ablegen. Die Idee, danach beim Bundesheer anzuheuern und Flugzeugmechaniker zu werden, scheint jetzt fraglich.

Jenes der Mutter gehörende Auto, mit dem die Burschen offenbar herumgekurvt sind, würde sie nun am liebsten verkaufen: "Ich kann's gar nicht mehr sehen."

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