Betriebsbesuch: Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (m.) mit Siemens-Chef Wolfgang Hesoun

© David Bohmann

Chronik | Wien
05/12/2019

Hankes Fokus auf Exzellenz: "Nicht im Mittelfeld schwimmen"

Die Arbeiten zur Wiener Wirtschaftsstrategie sind angelaufen, der hochklarätige Beirat tagt.

Die Wirtschaftsstrategie von Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) nimmt Form an: Anfang Mai ist sein hochrangig besetzter Beirat erstmals zusammengetroffen, um Pläne für das Wien des Jahres 2030 zu erarbeiten:

Wien 2030 – Wirtschaft und Innovation“ soll das Maßnahmenpaket heißen, das der Stadtrat im Oktober vom Gemeinderat beschließen lassen will (der KURIER berichtete).

"Stärken definieren"

Das Ziel, das Hanke nach dem ersten Treffen definiert: „Wien muss seine Stärken definieren. Anstatt überall im Mittelfeld mitzuschwimmen, wollen wir in einigen Bereichen führend sein.“ Um sich mit den großen Metropolen der Welt messen zu können, brauche es „einen Fokus auf Exzellenz“.

Diesen soll Hankes Beirat liefern, der ganz bewusst bunt besetzt ist. Er besteht zu je einem Viertel aus Vertretern der Privatwirtschaft, der Sozialpartner, der Wissenschaft sowie der Stadt Wien. Die Themen, die beim ersten Treffen im Fokus standen, reichen von der Digitalisierung über Life Sciences bis zur Kreativwirtschaft.

Wien hat gelernt, mit den städtischen Herausforderungen der Smart City umzugehen – technologisch, sozial und innovativ. Darauf müssen wir weiter aufbauen“, sagt Siemens-Chef Wolfgang Hesoun. Für Sabine Seidler, ebenfalls Beiratsmitglied und Rektorin der TU Wien, kommt den Wiener Hochschulen eine besondere Bedeutung zu.

200.000 Studierende

Immerhin könne man auf das Potenzial von fast 200.000 Studierenden und 40.000 Forschenden zurückgreifen. „Lösungen zu finden“, so Seidler, „wird nur interdisziplinär und institutionenübergreifend funktionieren.“

Denkverbote gab es dabei laut Hanke nicht: „Die Strategie soll in einem offenen Prozess erarbeitet werden. Kein Abnicken von vorbereiteten Texten, sondern echte Beteiligung aller Partner auf Augenhöhe.“ Nicht zuletzt deshalb fand wenige Tage später ein „offenes Forum“ statt, bei dem mehr als 100 weitere Stakeholder ebenfalls ihre Ideen einbringen konnten.