Chronik | Wien
30.07.2018

Gürtelsperre: Verkehrschaos blieb aus

Die gelungene Umleitung des Neubaugürtel überraschte selbst den Baustellenkoordinator.

Das befürchtete Verkehrschaos blieb Montagfrüh am Neubaugürtel aus. Baustellenkoordinator Peter Lenz zeigte sich selbst ein wenig überrascht, führte das Ergebnis auf drei Punkte zurück: „Grund Nummer eins ist, dass in den letzten vierzehn Tagen ununterbrochen die Rede davon war und viele die Örtlichkeit meiden. Der zweite Punkt ist, dass es jetzt definitiv die verkehrsschwächsten Wochen sind. Und der dritte Grund ist, dass die Verkehrsplaner hervorragende Arbeit geleistet haben.“ Laut Lenz könne es jedoch ab dem späten Nachmittag zu größeren Verzögerungen kommen.

Umleitung ignoriert
Die meisten Autofahrer hielten sich in den frühen Morgenstunden an die Umleitung über die Tannengasse. Einige wenige versuchten trotzdem drei Gassen vorher abzubiegen und sorgten für eine längere Fahrzeit. Über die Hütteldorfer Straße, die zur Zeit abschnittsweise zweispurig und als Einbahn geführt wird, verlief die Umleitung jedoch reibungslos. Bei der Kreuzung Tannengasse/Märzstraße kam es trotzdem zu einigen gefährlichen Szenen.

Mehrere Lenker und Radfahrer, die von der Märzstraße kamen, konnten nur mit Müh und Not rechtzeitig abzubremsen. Obwohl Mitarbeiter der Wiener Linien den Verkehr regelten, hatten die Autofahrer die „Vorrang geben“-Beschilderung übersehen. Baustellenkoordinator Peter Lenz machte sich Montagfrüh vor Ort selbst ein Bild und wird nach dem Lokalaugenschein einige Nachjustierung vornehmen - auch wegen der genannten Kreuzung.

Den größten Rückstau gab es dann ab 9 Uhr in der Felberstraße. Weil der Verkehr aus der Tannengasse gegenüber jenem aus der Felberstraße Vorrang hat, mussten die Autofahrer bis zur Schmelzbrücke ausharren.

Kritik vom ÖAMTC
Im Vorfeld hagelte es vom Mobilitätsklub ÖAMTC wegen der Umleitung Kritik. „Die Umfahrung über die Tannengasse ist aus unserer Sicht suboptimal. Für den Kfz-Verkehr wird dadurch eine Umleitung von einem Kilometer geschaffen“, sagte Jurist Nikolaus Authried. Laut dem Experten hätte der Verkehr auch über die Löhrgasse – die erste Seitengasse beim Neubaugürtel – geführt werden können.

Dem widerspricht der Baustellenkoordinator: „Die Tannengasse ist die einzige Straße, wo man der Umleitungsverkehr fahren kann.“ Die MA 28 habe daraufhin gewiesen, dass die Löhrgasse durch Lkw große Schäden davongetragen hätte. „Die Gasse ist mit der Pflasterung in einer Lastklasse, die für einen Schwerverkehr nicht tragbar gewesen wäre“, sagt Sprecher Matthias Holzmüller.