Chronik | Wien
23.03.2018

Grüne wollen Theresianum-Areal für Spaziergänger öffnen

Der Antrag wurde in der Wiedner Bezirksvertretungssitzung mit den Stimmen der SPÖ beschlossen. Opposition kritisiert

Wieden. Ein Bezirksbeschluss der Wiedner Grünen sorgt derzeit für Aufregung. In dem Antrag, der am Donnerstag mit Stimmen der SPÖ durchgebracht wurde, wird ein öffentlicher Durchgang von der Favoritenstraße zur Argentinierstraße gefordert – über das Areal des Funkhauses bzw. des Theresianums und der Diplomatischen Akademie. Um Stadtviertel für Fußgänger bestmöglich zu erschließen, sei es erforderlich auch auf privatem Grund Durchgänge einzurichten.

Doch: Keiner der drei betroffenen Institutionen hatte schon etwas von der Idee gehört. „Wir finden es sehr erstaunlich, dass so etwas beschlossen wird, ohne dass zuvor jemand auf uns zukommt“, meinte Martin Lochmann, Vorstandsvorsitzender im Theresianum. „Wir werden alles versuchen, das zu verhindern.“ Vorstandsmitglied Andreas Schatzl ergänzte: „Dieser Vorschlag führt sämtliche Sicherheitskonzepte ad absurdum.“

Sicherheit gefährdet

Hier hakte Emil Brix, Leiter der Diplomatischen Akademie, ein: „Wir müssten uns dann ernsthaft überlegen, ob wir bleiben können. Wir halten zahlreiche Events mit internationalen Vertretern ab, teilweise unter hohem Sicherheitsschutz. Da können nicht einfach Touristen durchspazieren.“

Kritik kam auch von der Opposition: „Diese Änderung ist ein Fall von Enteignung“, befand Johannes Pasquali, Bezirksparteiobmann der Wiedner ÖVP.

Darauf entgegnete Neuroth, dass weder der ORF noch das Theresianum Privatpersonen seien, sondern öffentlich-rechtliche Stiftungen. „Eine grüne Flaniermeile würde das Grätzel bereichern“, zeigte sich Barbara Neuroth, stv. grüne Bezirksvorsteherin, überzeugt. Die Stadt werde nun die Gespräche mit den Eigentümern suchen.