Chronik | Wien
14.07.2018

Geruchsbelästigung: Stadt Wien will Essverbot in der U6

Konkret dürfen stark riechende Speisen ab September nicht mehr in den U6-Garnituren gegessen werden.

"Ehrlich: Wer mag schon den Duft von Thunfischpizza oder Kebab auf seiner Fahrt ins Büro oder nach Hause?", fragt Wiens Stadträtin Ulli Sima und kündigt im Rahmen eines Pilotprojekts ein Essverbot für die Garnituren der U6 an. Konkret dürfen starkriechende Speisen, wie Leberkäse, Kebab, Pizza und Ähnliches ab September nicht mehr in den Wagons konsumiert werden.

"Wir starten dazu in Schritt eins eine breite Info-Offensive, um die Fahrgäste zu sensibilisieren", so Sima. So soll es ab Herbst Durchsagen in den U6-Stationen, Info-Plakate sowie Sticker in und auf den Zügen geben. Auch Service-Mitarbeiter und Securities sollen die Fahrgäste darauf hinweisen.

"Enormer Reinigungsaufwand"

Die Fahrtdauer in der U-Bahn liege im Durchschnitt bei rund 10 Minuten, es sei daher zumutbar, die wenigen Minuten ohne starkriechenden Speisen auszukommen, heißt es von Seiten der Stadt. Ein Grund für das geplante Verbot soll auch der "enorme" Reinigungsaufwand in den Zügen sein, der "viel Geld" kosten würde. "Mir geht es darum, dass sich die Menschen in den Öffis wohl fühlen. Das Thema Essen ist seit Jahren ein viel diskutiertes, mit Appellen sind wir da nicht wirklich weitergekommen und daher werden wir nun erstmals den Schritt eines Verbots gehen, wie es in anderen Städten schon länger Praxis ist", sagte Sima.

In einem ersten Schritt wird nun breit informiert und beobachtet, wie die Fahrgäste mit der neuen Regelung umgehen. An Strafen wird in dieser Phase noch nicht gedacht. Das geplante Essverbot ist nicht die einzige Maßnahme, die für die U6 geplant ist. So war erst kürzlich ein Cooling-Paket vorgestellt worden, im Rahmen dessen alte Wägen mit Klimageräten nachgerüstet werden sollen. Zudem wurden spezielle Sonnenschutzfolien an den Fenstern angebracht.