Chronik | Wien
24.05.2018

Frauen eingesperrt und vergewaltigt: Suche nach zweitem Opfer

Von der zweiten Frau fehlt bisher jede Spur. Von ihr ist nur ihr Vorname - "Kristina" - bekannt.

Im Fall der in Wien gefangen gehaltenen und vergewaltigten Frauen hat sich das zweite Opfer bisher nicht gemeldet. Sie und ihre Freundin sollen Ende April von einem Mann in ein leer stehendes Bordell gelockt, eingesperrt, misshandelt und vergewaltigt worden sein. Während eine der Frauen (38) schwer verletzt ins Spital gebracht wurde, konnte das zweite Opfer noch nicht identifiziert werden.

Beide Frauen sind obdachlos. Sie hatten den beschuldigten Rumänen am 24. April gegen 17.00 Uhr bei der Philadelphiabrücke in Meidling kennengelernt. Unter dem Vorwand, er wolle sie auf etwas zu trinken einladen, lockte der Mann die Frauen in ein leeres Rotlichtlokal in der Triester Straße. Dort wurden sie in zwei separate Zimmer eingesperrt.

"Die 38-Jährige wurde vom Beschuldigten geschlagen, körperlich misshandelt und mehrfach vergewaltigt", so Polizeisprecherin Irina Steirer. Sie trug Knochen- und schwerste Gesichtsverletzungen davon, unter anderem wurden der Frau die Nase, der Kiefer und mehrere Rippen gebrochen. "Das Opfer wurde operiert und war danach wochenlang im Spital." Die Frau sei mit Fäusten und einer Peitsche verprügelt und regelrecht gefoltert worden. Aus dem anderen Zimmer habe sie ihre Freundin schreien gehört, sagte sie nach dem Martyrium den Ermittlern.

Polizei hofft auf Hinweise

Erst am nächsten Tag gegen Mittag durfte die 38-Jährige, die aus Villach stammt, gehen. Sie sagte ihrem Peiniger, dass sie so schwer verletzt sei, dass sie ärztliche Hilfe benötige. Dann habe er sie noch bis zur Philadelphiabrücke begleitet. Zwei Tage später wurde der Verdächtige festgenommen.

Von der zweiten Frau fehlt bisher jede Spur. Von ihr ist nur ihr Vorname - "Kristina" - bekannt. Sie soll rund 38 Jahre alt, 1,68 Meter groß und schlank sein. Sie hat laut Angaben der Zeugin braune, schulterlange Haare und war am Tag der Tat mit Jeans und T-Shirt bekleidet. Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01-31310-57800.

Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Opfer gibt. Bisher hat sich allerdings niemand bei der Polizei gemeldet, sagte Steirer auf APA-Anfrage.

Der Beschuldigte war in der Einvernahme nicht geständig. Er behauptete, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich war und die Frau die Verletzungen bereits zuvor hatte. Die Frau hat allerdings ihn als ihren Peiniger identifiziert.