Chronik | Wien
31.07.2018

Ex-KAV-Chef weist Verantwortung für KH-Nord-Debakel von sich

Marhold sieht die ehemalige SPÖ-Stadträtin Wehsely in einer Schlüsselrolle im immer teurer gewordenen Krankenhausbau.

Der ehemalige Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Wilhelm Marhold, sieht die Verantwortung für die Kostenexplosion und die Verzögerung der Fertigstellung des Krankenhauses Nord nicht bei sich – sondern unter anderem bei Ex-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). „Zu meiner Zeit war das Projekt im Zeit- und im Kostenplan“, sagte Marhold, der von 2005 bis Ende 2013 KAV-Chef war, in der U-Kommissionssitzung am Dienstag. Auch der Bundesrechnungshof habe die Projektorganisation als „sinnvoll und zweckmäßig“ erachtet.

"Kopf abgeschlagen"

Problematisch für die Projektorganisation sei 2013 gewesen, als „tief greifende Personalveränderungen“ vorgenommen worden seien. So habe Wehsely entschieden, den Vertrag des damaligen stellvertretenden Generaldirektors, Maximilian Koblmüller, nicht zu verlängern. „Eines ist klar: wenn man den Hauptverantwortlichen für die Abwicklung eines Bauprojekts nicht verlängert, ist das, wie wenn man dem Projektmanagement den Kopf abschlägt“, sagt Marhold. Diese Entscheidung sei „mit ein Grund gewesen, dass die Projektorganisation nicht stabil gehalten worden konnte“.

Thema der Befragung durch die Kommissionsmitglieder war auch, warum die Stadt letztlich keinen Generalunternehmer mit dem Bau beauftragte, sondern sich entschied, selbst zu bauen. Ausschlaggebend dafür sei ein Bericht des Kontrollamts gewesen, das den Plänen, einen Generalunternehmer mit dem KH Nord zu beauftragen, eine klare Abfuhr erteilt habe, so Marhold.