Einheitslook für alle Wiener Taxis?
Teure Umwege, verweigerte Fahrten, nur geringe Englischkenntnisse: Bei einem kürzlich durchgeführten Qualitätstest des ADAC schnitten Wiener Taxler im Europavergleich äußerst mies ab.
Fast zum gleichen Ergebnis kommt nun ein Mystery-Shopping von Wien-Tourismus. "Wir haben mit 130 Fahrten die Wiener Taxis genau unter die Lupe genommen: Leider haben ein Viertel nicht entsprochen", erkärt Tourismus-Chef
Norbert Kettner. Bei 22 Prozent der Fahrten haben die Tester die Sauberkeit beanstandet, bei 47 Prozent waren die Englischkenntnisse nicht ausreichend.
Warum man sich der Taxler annimmt? Kettner: "Es ist unser gesetzlicher Auftrag, das Wien-Image bei den Gästen zu hinterfragen. Und die häufigsten Beschwerden von Kongressteilnehmern betreffen Taxis."
Die Wiener Taxiinnung will nun auch selbst das Image der Taxler verbessern und schickt Berufsdetektive undercover durch
Wien, um schwarze Schafe zu finden. "Sollten grobe Verfehlungen festgestellt werden, müssen die Lenker mit dem Entzug ihrer Lizenz rechnen", droht Taxi-Fachgruppenobmann Christian Gerzabek und kündigt an, dass die Profischnüffler als permanente Qualitätskontrollore vorstellbar seien.
Einen Vorschlag zur Imageverbesserung hat auch Wien-Tourismus parat: Man präsentierte am Mittwoch Fantasie-Modelle für speziell gebrandete Wiener Taxis: Elegant in Schwarz-Gold lackiert, mit freundlichen Lenkern in schwarzen Uniformen und Krawatten könnte die Imagekorrektur wirkungsvoll sein.
Mit der Aktion will Wien-Tourismus die Taxiunternehmer aus der Reserve locken und so die Dreiviertel-Mehrheit der korrekten Taxler schützen. Kettner: "Wenn von den 4000 Taxis ein Viertel nicht entsprechen, kann etwas nicht stimmen."
Man will aber nicht nur kritisieren: Das neue Wien-Taxi-Design ist kopierbar und wird von der Agentur von Wien-Tourismus an Interessierte freigegeben.
-
Hauptartikel
-
Hintergrund
-
Hintergrund
-
Analyse
Kommentare