Chronik | Wien
22.06.2018

Denkmalschützer kämpfen für Gründerzeithaus in Radetzkystraße

Wien-Landstraße: Gebäude im Stil der Neogotik soll abgerissen werden, dagegen wird heute Abend demonstriert.

Das Gründerzeithaus an der Radetzkystraße 24–26 soll abgerissen werden – zumindest, wenn es nach einer Immo-Gruppe geht, die mit Luxusappartements ihr Geld verdient. Anrainer und die Initiative Denkmalschutz wollen sich das nicht gefallen lassen. Heute, Mittwoch, ab 18.30 Uhr werden sie gegen den Abbruch demonstrieren.

Das betroffene Gebäude war im Jahr 1847 das erste Zinshaus, das im Stil der Neogotik von Josef Kastan erbaut wurde. Die Denkmalschützer fürchten, dass der Eigentümer nun schwer rückgängig zu machende Tatsachen schaffen und die Fassade am Eckturm demolieren will. Denn der Turm ist seit Dienstag von einem Baugerüst umhüllt, obwohl immer noch neun Mieter mit unbefristeten Verträgen dort wohnen – der KURIER berichtete.

Informationen zu dem bevorstehenden Abriss haben die Bewohner allerdings nicht bekommen. „Es gab weder einen Brief noch einen Aushang“, sagt eine Mieterin.

Das Handeln der Besitzer könnte einen rechtlichen Hintergrund haben: Schon am ersten 1. Juli könnte jener Teil der neuen Bauordnung in Kraft treten, der einen besseren Schutz von Altbauten vorsieht. Gründerzeithäuser sind dann nur noch schwer abzureißen. Bisher war der Abriss bewilligungsfrei. Allein im Vorjahr wurden laut den Wiener Grünen über 100 Häuser eingestampft.