City-Wirt unter Mordverdacht

Ein elegant gedeckter Tisch in einem hellen Restaurant mit Kunst an den Wänden.
Duty-Free-Verkäuferin wurde mit fünf Schüssen getötet. Mutmaßlicher Schütze im Koma.

Malek Haddad (57) besitzt das beste libanesische Lokal in Wien. Doch derzeit liegt der Szenewirt mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation des AKH – bewacht wird er von der Polizei. Er steht unter dringendem Mordverdacht.

Der Betreiber des „Al Centro“ in der Wiener Innenstadt soll am Mittwochabend mit einer geladenen Beretta in die Erzherzog-Karl-Straße zu einer Angebetenen gefahren sein. Der verheiratete Gastronom dürfte laut Kronen Zeitung schwer verliebt in die Venezulanerin Gloria Proietti, 32, gewesen sein. Doch die Frau soll sein Werben ignoriert haben. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der nahe Beirut geborene Haddad deshalb zur Waffe griff.

Kopfschuss

Fest steht, dass Proietti – eine Verkäuferin im Duty Free am Flughafen Schwechat – mit fünf Schüssen getötet wurde. Vier Projektile durchdrangen den Bauch und die Brust des Opfers, ein weiteres verfehlte sie. Noch im Stiegenhaus dürfte sich Haddad in den Kopf geschossen haben. Zwei Zeugen schritten ein und brachten die Schusswaffe aus dem Gefahrenbereich. Als die Polizei eintraf, waren der mutmaßliche Täter und die Venezulanerin noch am Leben. Doch für sie kam jede Hilfe zu spät, Haddad liegt derzeit im AKH im Tiefschlaf. Das Stiegenhaus blieb mehrere Stunden gesperrt.

Aufstrebender Wirt

„Vor ein oder zwei Jahren galt er als aufstrebender Wirt. Er bot libanesische und italienische Küche an“, sagt Moderator Peter Rapp, der einmal bei ihm eine Pressekonferenz zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum veranstaltet hatte. „Kaum zu glauben, dass ich mich neben einem Fast-Mörder präsentiert habe“.

Berühmt ist das Lokal in der Elisabethstraße, das als Gourmettipp gilt, für seine Lammfleischknödel und seine Mezze-Gerichte. Das ist eine Vorspeisenvariation mit über einem Dutzend verschiedener Gerichte. Der Versuch sich mit libanesischen Weinen einen Namen zu machen, dürfte aber gescheitert sein. Am Donnerstagabend war das „Al Centro“ jedenfalls geschlossen. Gäste standen vor verschlossenen Türen. Laut einem Aushang wird derzeit ein neuer Standort gesucht.

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