Chronik | Wien
05.12.2011

Buben missbraucht: Vier Jahre Haft

Ein Wiener missbrauchte einen Achtjährigen über Jahre hinweg.

Prozess - Regelmäßig kam der Bub mit seiner Mutter, um das Grab der Oma zu besuchen. Er war acht Jahre alt, als er auf dem Wiener Friedhof einen dort beschäftigen Mann kennenlernte. Dieser hatte einen Hund dabei, mit dem das Kind zu spielen begann. So kam man miteinander ins Gespräch. Eine verhängnisvolle Begegnung.

Am Dienstag musste sich der 52-Jährige im Wiener Straflandesgericht dafür verantworten, weil er den Buben jahrelang sexuell missbraucht hatte. Mit der Vorgabe, er wäre in seine Mutter verliebt, hatte er den Buben zum Schweigen über die Vorgänge gebracht. Der Mann wurde rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt.

"Er wollte es" Nach der ersten Begegnung war es dem Friedhofsarbeiter gelungen, sich das Vertrauen des Achtjährigen und offensichtlich auch das der Mutter zu erschleichen. Bis zum 15. Lebensjahr habe er den Buben missbraucht, gab er vor dem Schöffensenat zu. Er habe sich "verleiten lassen", so der 52-Jährige. Während er es anfänglich bei wechselseitigem Onanieren beließ, kam es später auch zu Oral- und Analverkehr. "Der Bub hat angedeutet, dass er es will. Der wollte, dass ich es mache", behauptete der Angeklagte. In Wahrheit ließ der Bub laut Anklage die Übergriffe über sich ergehen, "weil er sich geniert hat, jemandem davon zu erzählen".

Später beschaffte der Mann dem Buben eine Lehrstelle als Friedhofsgärtner. Als er bemerkte, dass der zu diesem Zeitpunkt 15-Jährige Cannabis konsumierte, kaufte er ihm Drogen bzw. schenkte ihm das dafür nötige Geld. Und drohte ihm dann mit dem Verlust des Jobs, sollte er ihn verraten.