Chronik | Wien
30.05.2018

Bluttat in Wien-Wieden: Motiv wohl Beziehungsende und Eifersucht

38-jähriger Serbe Anfang Mai wegen schwerer Nötigung angezeigt. Betretungsverbot war ausgelaufen.

Eine 35-Jährige, die am Dienstag in Wien-Wieden auf offener Straße erschossen wurde, ist Opfer ihres Ex-Freundes geworden. Der 38-jährige Serbe soll mehrmals mit einer Pistole auf die Frau gefeuert haben, ehe er sich selbst tötete. Die Obduktionen sollten am Mittwoch stattfinden, gab die Polizei bekannt.

Das Motiv wird mit dem Ende der Beziehung und Eifersucht des Mannes in Zusammenhang gebracht. Die Partnerschaft dürfte nach bisherigen Ermittlungen nicht allzu lange bestanden und von der Frau beendet worden sein.

Zeugen hörten "zwei bis vier Knaller"

Was genau die Tat ausgelöst hat, war noch unklar. Mehrere Zeugen hatten die Vorfälle am Vormittag in der Rienößlgasse beobachtet. Allerdings war darunter niemand, dem das Ex-Paar schon vor der Abgabe der Schüsse aufgefallen wäre. Alle bisher befragten Personen sind erst durch die laut ihren Angaben zwei bis vier Knaller aufgeschreckt worden, berichtete Polizeisprecher Daniel Fürst der APA. "Es hat daher niemand wahrgenommen, ob es vorher zu einem Streit gekommen war."

Anfang Mai mit Umbringen gedroht

Zumindest eine folgenreiche Auseinandersetzung gab es wenige Wochen vor der Tat: Am 9. Mai war der 38-Jährige wegen schwerer Nötigung angezeigt worden. Opfer sei die Ex-Partnerin gewesen, die er mündlich mit dem Umbringen bedroht haben soll, sagte Fürst.

Damals wurde auch ein Waffenverbot gegen den Mann ausgesprochen. Die Pistole, mit der die 35-Jährige erschossen wurde, besaß er illegal. Sie sollte am Mittwoch näher untersucht werden.

Zudem wurde der Serbe mit einem Betretungsverbot für die Wohnung der 35-Jährigen belegt, das auch polizeilich überprüft wurde. Allerdings war das Verbot schon wieder ausgelaufen: "Jedes Opfer hat zwei Wochen nach Verhängung eines Betretungsverbots die Möglichkeit, bei Gericht eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Das ist in diesem Fall nicht passiert", erläuterte Fürst. Die Frau hinterlässt einen minderjährigen Sohn.