Ausweitung der Parkzonen kommt 2012

Rot-Grün macht jetzt ernst: Die Ausweitung des Parkpickerls jenseits von Gürtel und Donau kommt 2012.
Ausweitung der Parkzonen kommt 2012

Alle Wege führen zum Parkpickerl", sagt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit gespieltem Ernst. "Vorausgesetzt, die Bezirke sind dafür." Am Donnerstag präsentierte die Grüne gemeinsam mit SPÖ-Verkehrssprecher Karl-Heinz Hora jene Studie, die den Bezirkskaisern in den kommenden Monaten bei der Umsetzung des wohl heikelsten rot-grünen Verkehrsplans eine Hilfe sein soll. Es geht um die Frage: Wird das Parkpickerl jenseits des Gürtels und jenseits der Donau eingeführt werden oder nicht?

Mehrere Monate untersuchten Experten, wo in Wien wie viele Autos Tag für Tag parken und wo eine Pickerlzone sinnvoll erscheint (siehe Grafik). Am wahrscheinlichsten sind sogenannte Insellösungen in Liesing, Donaustadt und Floridsdorf. Für die Bezirke 10 bis 19 legt die Studie eine flächendeckende Einführung nahe. "Doch die Letztentscheidung, ob und wie das Pickerl kommt, liegt bei den Bezirken", beteuern Vassilakou und Hora unisono. Bis Mitte 2012 sollen nun die Bezirkspolitiker exakte Grenzziehungen und Pickerlzonen definieren.

"Die neue Regelung könnte ab September nächsten Jahres gelten", sagt Vassilakou. Der Pickerlpreis müsse jedoch in jedem Grätzl derselbe sein und werde voraussichtlich gleich hoch bleiben wie derzeit (knapp 200 Euro pro Jahr). Darüber hinaus wurde und werde aber auch über eine Staffelung der Einzelparkscheine nachgedacht (je näher am Zentrum umso teurer der Parkschein). Schätzungen, wonach die Ausweitung der Stadtkasse 50 Millionen Euro bringen würde, hält Hora für unseriös: "Das hängt davon ab, was die Bezirke beschließen."

Wie die Bezirke reagieren

Ausweitung der Parkzonen kommt 2012

Im 15. Bezirk will man das Pickerl flächendeckend, aber in Absprache mit den benachbarten Bezirken. Grund: Pendler würden "die ganze Woche gratis hier stehen und den Anrainern die Plätze verstellen", sagt SP-Vorsteher Gerhard Zatlokal.

Im schwarz regierten Hietzing sieht man keinen Handlungsbedarf. Franz Prokop, SPÖ-Bezirksvorsteher in Ottakring, will im Bezirk noch "Gespräche führen". Eine Pickerlgrenze auf Höhe der Sandleitengasse hält er jedoch für fragwürdig. "Das dürfte das Problem nur verlagern."

Als endgültige Bankrotterklärung der grünen Verkehrspolitik bezeichnet ÖVP-Stadtrat Manfred Juraczka die geplante Ausweitung. Statt 120.000 Pickerl-Parkplätzen würde es dann 255.000 geben. In Währing und Döbling wollen Karl Homole und Adolf Tiller die betroffene Bevölkerung befragen. FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik bezeichnet die Studie "zum Krenreiben".

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