Chronik | Wien
21.04.2018

ATIB erklärt sich mit ORF-Journalisten solidarisch

Moscheeverein Atib verurteil "die körperliche Attacke" gegen ORF-Journalisten

Der Disput zwischen einem Mann und einem ORF-Team vor einer Moschee in Wien-Brigittenau hat nun den Betreiberverein ATIB auf den Plan gerufen. In einer Aussendung erklärt man sich mit dem betroffenen Journalisten solidarisch und verurteilt "die körperliche Attacke" vom Freitag: "Wir sehen darin nicht nur einen Tritt gegen einen freien Journalisten, sondern auch gegen die Pressefreiheit."

Selbst wenn es sich beim Täter um kein ATIB-Mitglied handle, bedauere man "aufs Tiefste, dass eine derart friedstörende Tat begangen wurde", heißt es in einer Aussendung.

Hintergrund der Affäre sind Berichte über eine Veranstaltung in der Moschee, bei der Buben in Tarnanzügen eine Schlacht aus dem Ersten Weltkrieg nachstellten. Die ATIB hat sich davon bereits mehrfach distanziert und den für die Moschee verantwortlichen Iman suspendiert.

Bei Dreharbeiten zu diesem Thema für das ORF-Religionsmagazin "Orientierung" hat nun in dieser Woche ein 34-jähriger Mann dem Kameramann die Kamera ins Gesicht geschlagen und den Reporter getreten. Der Journalist wollte eigentlich im Verein ATIB drehen. Dort sei dem ORF-Team aber "sehr freundlich" beschieden worden, dass dies im Verein nicht möglich sei, aber gerne außerhalb. Daraufhin habe das Team u.a. in einem nahegelegenen öffentlichen Park gefilmt. Zwei angeblich türkischstämmige Männer sahen die Dreharbeiten, einer von ihnen fühlte sich provoziert und attackierte das Team.