© Melanie Baumgartner

Chronik Wien
08/02/2019

Anzeige: Wiener Familie zittert um "schweinische" Mitbewohner

Nachbar missfielen die zwei Minischweine Lillyfee und Charlie. Besitzer fürchten nun um Abnahme.

In der Hietzinger Wohnsiedlung Lockerwiese herrscht derzeit Aufregung. Grund dafür sind zwei Minischweine. Die beiden Tiere mit den Namen Lillyfee und Charlie wohnen seit fünf Wochen bei Familie Hiehsberger. Die 15-jährige Joy hat Lillyfee im Internet entdeckt. Sie wurde in einem Meerschweinchenkäfig gehalten. Joy wollte das Tier retten – und das gelang ihr auch.

„Die Tiere sollen aber nicht alleine gehalten werden, deshalb haben wir Charlie dazugenommen. Ich habe mich informiert und alles den Vorschriften entsprechend gemacht“, sagt Barbara Hiehsberger, Joys Mutter.

Es habe nie Probleme gegeben – bis jetzt. Ein Mieter hat Familie Hiehsberger nun wegen ihrer Schweine bei Wiener Wohnen angezeigt – er dachte, es handelt sich bei Lillyfee um ein Wildschwein.

Kein Wildschwein

Aus diesem Grund machte sich ein Mitarbeiter von Wiener Wohnen ein Bild vor Ort. Da er keine Verstöße bemerken konnte – schließlich handelt es sich bei den beiden um Minischweine – gab er von Seiten des Hausverwaltungsunternehmens sein Einverständnis.

Der Fall wurde aber trotzdem an die MA 60 (Veterinärdienste und Tierschutz) weitergeleitet. Amtstierärzte haben sich die Situation vor Ort angesehen.

Hier gab es keine guten Nachrichten. „Sie haben uns gesagt, dass wir unsere Schweine nicht behalten können, weil wir keine entsprechende Ausbildung haben. Dass Joy jetzt mit einer Lehre zur Tierpflegerin beginnt, ist egal. Wir haben Angst, dass wir die beiden Tiere hergeben müssen“, sagt Barbara Hiehsberger.

Die MA 60 äußert sich zu dem konkreten Fall nicht, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Nur soviel: Momentan werde noch geprüft, ob alle Punkte des Tierschutzgesetzes eingehalten werden. Bis das Ergebnis vom Magistrat kommt, heißt es für Familie Hiehsberger also erst einmal Warten.

- Melanie Baumgartner