epa03742536 Defendant Beate Zschaepe (2-R) talks to her lawyers Anja Sturm (L-R), Wolfgang Stahl and Wolfgang Heer at a court room in Munich, Germany, 13 June 2013. Zschaepe is accused of being at the heart of a neo-Nazi cell that killed several immigrants in Germany. She is charged of murder in ten cases, that happened between 2000 and 2007. EPA/PETER KNEFFEL

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Deutschland
07/29/2013

Zschäpes Anwältin muss Kanzlei wechseln

NSU-Prozess: Das Zschäpe-Mandat galt offenbar als degoutant.

Anja Sturm, eine von drei Verteidigern der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe muss ihre Kanzlei Weimann & Meyer in Berlin verlassen. Das Zschäpe-Mandat galt offenbar als degoutant. Kanzleimitbegründer Axel Weimann sagte, dass er Sturm von dem Mandat abgeraten habe.

Zschäpe wird vorgeworfen, sich als Gründungsmitglied des NSU an der Ermordung von acht Deutschen türkischer und einem Deutschen griechischer Herkunft, dem Mordanschlag auf zwei Polizeibeamte in Heilbronn sowie an den versuchten Morden durch die Sprengstoffanschläge des NSU in der Kölner Altstadt und in Köln-Mülheim beteiligt zu haben.

Im Hintergrund wird vermutet, dass es der Kanzlei schwerfällt, sich immer wieder für den Auftrag rechtfertigen zu müssen. Die auf Arbeitsrecht und Strafverteidigung spezialisierte Sozietät vertritt nämlich viele türkischstämmige Berliner.

Die 43-jährige Anwältin Sturm wechselt jetzt in die Kölner Kanzlei des anderen Zschäpe-Anwalts Wolfgang Heer. Der dritte Verteidiger ist der Koblenzer Anwalt Wolfgang Stahl.

Heer, Stahl, Sturm

Die Nachnamen der drei Wunschverteidiger im Nazi-Prozess – Heer, Stahl und Sturm – sorgten in deutschen Medien bereits für Spekulationen, dass das wohl kein Zufall sei. Das Zschäpe-Mandat sei für manche ein „Killermandat“ sagte Anja Sturm dem Tagesspiegel. Sie sei sehr enttäuscht. Dass Sturm mit Neonazis sympathisiere behauptet zwar niemand, doch laut Tagesspiegel „ist das ein Lehrstück über falsch verstandenen Antifaschismus in Berlin“.

Zschäpe steht seit Mai in München vor Gericht. Ihre NSU-Gefährten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall das Leben genommen. Noch am selben Tag sprengte Zschäpe die gemeinsame Wohnung in die Luft, später stellte sie sich.

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