Chronik | Welt
22.05.2018

Vulkan Kilauea: Lava näherte sich Kraftwerk auf Hawaii

Arbeiter legten Anlage still und verhinderten Austreten giftiger Gase.

Geschmolzene Lava des Vulkans Kilauea hat sich am Montag einem Geothermie-Kraftwerk auf der Hauptinsel Hawaii genähert. Arbeiter reagierten rasch und legten letzte Teile der Anlage still, um das unkontrollierbare Austreten giftiger Gase zu verhindern. Auf Videos war zu sehen, wie leuchtend rote Lava meterhoch in die Luft spritzte.

Das Kraftwerk "Puna Geothermal Venture" (PGV) produziert etwa 25 Prozent der Energie auf der hawaiianischen Hauptinsel. An der Schließung des Werks war seit Beginn der Eruptionen am 3. Mai gearbeitet worden. In der Nacht auf Dienstag waren Arbeiter gerade damit beschäftigt, eine letzte Einheit zu schließen, als Lava aus einem etwa 200 Meter entfernten aktiven Spalt austrat. "Partner aus Bund, Land und Bezirk kooperieren, um die Situation zu überwachen und gemeinsam mit dem Kraftwerk für die Sicherheit der Gemeinschaft zu sorgen", ließ die Bezirksstelle wissen.

Der Einsatz bei dem Kraftwerk stellte nach dem Ausbruch des Kilauea eine weitere Herausforderung für die Einsatzkräfte dar. Geologen werten den Vulkan als einen der aktivsten der Welt. Die letzte explosive Eruption des Kilauea ereignete sich am Montag gegen 18.00 Uhr Ortszeit, wie das Vulkanobservatorium auf Hawaii mitteilte. Wieder war eine hohe Aschewolke zu sehen.

Warnung vor "Laze"-Wolken

Am Wochenende hatte die Zivilschutzbehörde des US-Staats Hawaii vor giftigen Gasen gewarnt, die beim Aufeinandertreffen von Lava und Meerwasser entstehen. Die Behörden riefen dazu auf, sich von den aufsteigenden Dampf- und Gaswolken fernzuhalten. Im Jahr 2000 waren zwei Menschen daran gestorben.

Die "Laze" genannten Wolken enthalten salzsäurehaltige Dämpfe und kleine Glaspartikel. Diese bilden sich, wenn die heiße Lava auf das salzhaltige Meerwasser trifft. Die Bezeichnung "Laze" setzt sich aus dem Wort Lava und einem englischen Begriff für Dunst (haze) zusammen. "Gesundheitsrisiken von Laze sind unter anderem Reizung der Lungen, Augen und Haut", warnte die Zivilschutzbehörde.

Der seit mehreren Wochen Feuer speiende Vulkan hat bereits Dutzende Gebäude zerstört, am Samstag wurde auch ein Mensch verletzt. Etwa 2.000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, weil es wegen der Lavaströme und der giftigen Dämpfe zu gefährlich geworden war. Die Behörden warnten davor, dass wegen gesperrter Verkehrsverbindungen noch weitere Evakuierungen bevorstehen könnten.

Tourismus leidet

Der Tourismus auf Hawaii kam unterdessen beinahe zum Erliegen. Kreuzfahrtschiffe legen nicht mehr an, Hotels bleiben leer. Der Vulkanausbruch dürfte für die Tourismusindustrie auf den Inseln Einbußen in Millionenhöhe bedeuten.