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Chronik Welt
09/27/2012

Videobotschaft von Assange an die UNO

Julian Assange wirft Präsident Obama vor, den Arabischen Frühling für seinen Wahlkampf zu missbrauchen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte bei einer von seiner Schutzmacht Ecuador organisierten UNO-Debatte in New York einen großen Auftritt. Seine Videobotschaft war die reinste Attacke auf US-Präsident Barack Obama. Assange reklamiert für sich, die Revolutionen in der islamischen Welt ausgelöst zu haben: "Es muss für die Tunesier eine Überraschung sein, dass Barack Obama sagt, die USA hätten die Kräfte des Wandels in Tunesien unterstützt", sagte Assange. Wikileaks-Enthüllungen über despotische Machthaber wie den gestürzten tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali und seine geldgierige Frau hatten die Stimmung aufgeheizt. Assange warf Obama vor, die mit den arabischen Umbrüchen einhergehenden Reformen für seine Kampagne zum Wiedereinzug ins Weiße Haus ausbeuten zu wollen: "Mohammed Buasisi setzte sich nicht selbst in Brand, damit Barack Obama wiedergewählt werden kann". Die Selbstverbrennung des jungen tunesischen Gemüsehändlers im Jahr 2011 hatte den Volksaufstand dann ausgelöst.

Bei der UNO-Veranstaltung wurde über den Asylantrag Assanges in Ecuador diskutiert. Der Australier verschanzt sich seit dem 19. Juni in der Londoner Botschaft von Ecuador, weil er nicht nach Schweden ausgeliefert werden möchte, wo er wegen Vergewaltigungsvorwürfen einvernommen werden soll. Und weil er fürchtet, von dort in die USA verfrachtet zu werden.

Die diplomatischen Fronten sind verhärtet. Der britische Außenminister William Hague sieht in der Angelegenheit "keinerlei Anzeichen für irgendeinen Durchbruch". Der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patino hält dagegen: "Es gibt viele Wege zu einer Lösung." Die Briten wollen Assange verhaften, sobald er die sichere Botschaft verlässt.

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