Chronik Welt
08/31/2013

Vatikan: Parolin neuer Staatssekretär

Der Venezuela-Gesandte folgt Tarcisio Bertone nach, der sein Amt aus Altersgründen abgibt.

Papst Franziskus hat den Venezuela-Gesandten, Erzbischof Pietro Parolin, zum neuen vatikanischen Staatssekretär ernannt. Parolin folgt Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone nach, der seit 2006 die Nummer Zwei im Kirchenstaat ist, wie die vatikanische Pressestelle am Samstag mitteilte. Der 78 Jahre alte Bertone gibt das wichtige Amt den Berichten zufolge aus Altersgründen auf.

Der 58 Jahre alte Geistliche und Vatikan-Diplomat Parolin stammt aus dem norditalienischen Vicenza und ist seit 1980 Priester. Er war unter anderem Untersekretär in der Sektion des Vatikans für die Beziehungen mit den Staaten und damit eine Art Vize-Außenminister des Kirchenstaates. Seit vier Jahren ist er Bischof und genießt eine breite Wertschätzung in der Kurie, wie italienische Medien berichteten.

Parolin wird Mitte Oktober seine Stelle als neuer Kardinalstaatssekretär antreten. Bis dahin bleibt Kardinal Tarcisio Bertone im Amt. Parolin drückte Franziskus in einer Stellungnahme seinen "tiefen und herzlichen Dank" für das Vertrauen aus. Bertone war 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Kardinalstaatssekretär ernannt worden.

Parolin, dessen Ernennung aufgrund seines Alters - er gilt mit 58 Jahren als jung für diese Position - etwas überraschend kam, zählt zu den profiliertesten Diplomaten des Heiligen Stuhls. Als Vizeaußenminister hatte er zwischen 2002 und 2009 maßgeblich die Politik des Heiligen Stuhls mitgeprägt. Er war vatikanischer Verhandlungsführer in den Gesprächen mit Israel sowie mit Vietnam. Zudem suchte er unter Benedikt XI. Kontakte zu politischen Stellen in Peking.

Napolitano begrüßt Entscheidung

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano begrüßte Parolins Ernennung zum vatikanischen Staatssekretär. "Mit Parolin werden sich die Beziehungen zwischen Italien und dem Vatikan noch mehr vertiefen", so Napolitano.

Der Papst bestätigte am Samstag zudem Bischof Angelo Becciu in seiner Rolle als Substitut im Staatssekretariat, eine Art Innenminister, und Außenminister Dominique Marberti. Bischof Georg Gänswein, Privatsekretär von Benedikt XVI., bleibt als Präfekt des päpstlichen Hauses im Amt.

Grabenkämpfe

Enthüllungen des Dieners von Franziskus-Vorgänger Benedikt XVI. hatten Grabenkämpfe von Anhängern und Gegnern Bertones offenbart. Dem 78-Jährigen werden Fehler, Fehlbesetzungen und Günstlingswirtschaft vorgeworfen. Aber auch Bertone selbst soll über jüngste Entwicklungen verärgert gewesen sein, etwa den Rücktritt der Vatikanbank-Spitze wegen eines Geldwäscheskandals.

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