© APA/ROBERT JAEGER

Missbrauch
02/07/2014

UN-Bericht: Vatikan wehrt sich

Der UN-Bericht, der dem Vatikan seinen Umgang mit Kindesmissbrauch vorwirft, habe grobe Mängel.

Erneut wehrt sich der Vatikan gegen Kritik des Kinderrechtskomitees der Vereinten Nationen (UNCRC) am Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen. Der UN-Bericht habe "gravierende Mängel", kehrte der vatikanische Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, in einer am Freitag auf der Webseite vom Radio Vatikan veröffentlichten Erklärung hervor.

Im UN-Dossier zeige man keinerlei Verständnis für die "spezifische Natur des Heiligen Stuhls". Man habe das Recht, sich darüber zu wundern, so Lombardi. Die Kommission habe sich von "altbekannten NGOs" inspirieren lassen, die gegen die katholische Kirche eingestellt seien.

Einige der am Mittwoch vom Komitee in Genf veröffentlichten Forderungen stellten eine Einmischung in die kirchliche Lehre über die Würde des Menschen sowie in die Religionsfreiheit dar, kritisierte Lombardi. Man dürfe jedoch nicht von einem Krieg zwischen UNO und Vatikan sprechen. "Die UNO ist eine für die Menschheit sehr wichtige Organisation und der Heilige Stuhl hat ihrer Friedensaktion stets eine starke moralische Unterstützung zugesichert", so Lombardi.

Straflosigkeit

Das UNO-Komitee hatte in der Stellungnahme den jüngsten Kinderschutz-Bericht des Heiligen Stuhls als unzureichend kritisiert. Einige notwendige Maßnahmen fehlten weiterhin, erklärten die Experten der Vereinten Nationen in ihrem Prüfbericht zum Vatikan am Mittwoch in Genf. In der Praxis könnten Sexualstraftäter in der katholischen Kirche straflos bleiben, bemängelten sie.

Das Komitee forderte den Heiligen Stuhl auf, das Kirchenrecht mit der UN-Konvention zum Schutz von Kindern in Einklang zu bringen. Einige Bestimmungen entsprächen nicht den Forderungen der Kinderschutzkonvention. Das betreffe insbesondere das Recht von Kindern auf Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und allen Formen sexuellen Missbrauchs. Der Vatikan müsse dafür sorgen, dass kirchliche Gesetze und Bestimmungen der Konvention angepasst werden. Zudem forderte das UNCRC nähere Auskünfte dazu, inwieweit Geistliche auf allen Ebenen verpflichtet seien, Missbrauchsfälle an staatliche Behörden zu melden.

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