Daniza ist tot

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Italien
09/12/2014

Tötung von Braunbärin wird zum Politikum

Missglückter Fang: Nach dem Tod vom Bärin Daniza wurde Anzeige erstattet.

Der Tod der Braunbärin Daniza bei einem Fangversuch im Trentino erhitzt in Italien die Gemüter – und wird zum Politikum. Gegen Umweltminister Gianluca Galletti und den Präsidenten der Provinz Trient, Ugo Rossi, hat die Tierschutzorganisation AIDAA Anzeige erstattet. Der Minister wurde von mehreren Parteien aufgefordert, im Parlament über den missglückten Fang zu berichten.

Die Parlamentarierin der rechtskonservativen Oppositionspartei Forza Italia, Manuela Repetti, bezeichnete die Tötung der Bärin als "Schande" für ganz Italien. Auf Facebook bildete sich eine Gruppe mit dem Namen "Gerechtigkeit für Daniza". Der Tierschutzverband ENPA beklagte die "gnadenlose Hinrichtung" der Bärin. Daniza hatte im August einen Schwammerlsucher im Trentino angegriffen und verletzt.

Die Bärin starb wie berichtet bei einem Fangversuch an der Narkose. Zuvor war eines ihrer beiden Jungen gefangen und mit einem Sender ausgestattet worden.

Der Chef der Forstbehörde der Region Veneto, Daniele Zovi, wies auf die Gefahr für das zweite Junge Danizas hin. "Ohne die Unterstützung der Mutter bei der Futtersuche ist seine Existenz bedroht. Bärenjunge können erst nach drei Jahren allein leben", erklärte Zovi. Das allein gebliebene Jungtier werde den Winter möglicherweise nicht überleben.

Und noch ein zweiter Bären-Fall sorgt bei den italienischen Tierschützern für Entsetzen: Am Freitag wurde ein toter Bär in der Apenninenregion Abruzzen entdeckt - vermutlich vergiftet.

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