Die Angst vor Mers wächst in Südkorea.

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06/12/2015

Südkorea meldet elften Mers-Toten

Mittlerweile 126 bestätigte Krankheitsfälle. Neuinfektionen gehen zurück.

Beim größten Ausbruch der Atemwegserkrankung Mers außerhalb der arabischen Halbinsel hat Südkorea das elfte Todesopfer und weitere Neuerkrankungen gemeldet. Eine 72 Jahre alte Frau mit einer Lungenentzündung sei am Freitag infolge von Mers gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Außerdem seien vier neue Mers-Patienten dazugekommen.

Die Zahl der bestätigten Mers-Kranken stieg damit seit dem ersten Fall in dem Land vor mehr als drei Wochen auf 126. Allerdings ging zum ersten Mal die Zahl der Menschen zurück, die unter Quarantäne gestellt waren. Bei den neuen Fällen handelte es sich den Angaben zufolge erneut um Patienten, die sich in Spitälern mit dem Coronavirus (Mers-CoV) ansteckten. Bisher habe sich der Mers-Ausbruch auf solche Krankenhausinfektionen beschränkt.

Die Fakten zu Mers lesen Sie hier

Angst vor Ansteckung

Mehr als 3.600 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, befanden sich nach wie vor in Isolierstationen unter Beobachtung oder sollten zuhause bleiben. Am Donnerstag hatte die Zahl noch bei mehr als 3.800 gelegen. Bis zum Freitagnachmittag waren nach Angaben des Erziehungsministeriums noch immer rund 2.900 Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen. Viele Südkoreaner versuchen, sich mit Atemmasken vor einer Ansteckung zu schützen und meiden große Menschenansammlungen.

Der kommissarische Premierminister, Choi Kyung Hwan, versuchte auch den in Südkorea lebenden Ausländern die Furcht vor einer weiteren Verbreitung des Virus zu nehmen. "Es gibt keinen Zweifel, dass der Mers-Ausbruch unter Kontrolle gebracht wird", sagte Choi laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bei einem Treffen mit ausländischen Diplomaten und Geschäftsleuten. Die Gesundheitsbehörden hofften, dass die Zahl der Neuerkrankungen nach dem Wochenende abnimmt. Dabei wiesen sie unter anderem auf die Quarantänemaßnahmen hin.

Stornierte Reisen

Auch China, wo ein aus Südkorea stammender Mers-Patient behandelt wird, und andere Länder in der Region waren wegen des Ausbruchs in Südkorea besorgt. Etwa 84.000 geplante Reisen nach Südkorea aus dem Ausland seien bisher wegen Mers storniert worden, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS unter Berufung auf die Koreanische Tourismusorganisation (KTO).

Erster Mers-Patient in Südkorea war im Mai ein 68-Jähriger, der zuvor von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Mers, das erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen wurde, zählt wie viele Erkältungsviren und der Sars-Erreger zu den Coronaviren. Typische Symptome des "Middle East Respiratory Syndrome" sind Fieber, Lungenentzündung und Nierenversagen. Übertragen wurde es nach derzeitiger Erkenntnis zunächst von Kamelen.

WHO beruft Dringlichkeitssitzung ein

Nachdem am Freitag in Südkorea der elfte Mensch an der Virus-Erkrankung Mers gestorben ist, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für kommende Woche eine Dringlichkeitssitzung zu Mers einberufen. In Genf kündigte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic eine Sitzung des Notfallkomitees der Organisation an. Ein Datum für das Treffen kommende Woche nannte er nicht.

Das Gesundheitsministerium in Seoul rief die Menschen auf, weiter ihrem Alltag nachzugehen. Die Gefahr einer Ausbreitung des Virus außerhalb eines Krankenhauses sei gering. Die Behörden weisen zudem darauf hin, dass alle der an der Krankheit Verstorbenen schon zuvor gesundheitliche Probleme hatten.

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