Eine Wohnung in Dallas, in der sich der Ebola-Infizierte aufhielt, wird unter die Lupe genommen.

© REUTERS/JIM YOUNG

Virus
10/05/2014

Studie: Ebola wird sich nach Europa ausbreiten

Die Wahrscheinlichkeit für Fall in Frankreich liegt bei 75 Prozent, auch Großbritannien ist gefährdet.

Die Ebola-Seuche dürfte sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge voraussichtlich auch nach Frankreich und Großbritannien ausbreiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Frankreich in den nächsten drei Wochen einen Fall gebe, liege bei 75 Prozent, teilte die britische Lancaster Universität mit. Für Großbritannien bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent.Die Daten beruhen auf Mustern, wie sich die Krankheit bisher ausgebreitet hat und wie der Flugverkehr organisiert ist.

In den von Ebola am stärksten getroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia werde viel französisch gesprochen und es gebe zahlreiche Reiseverbindungen nach Paris, hieß es in der Studie. Großbritannien sei gefährdet, weil London-Heathrow zu den weltgrößten Flughäfen zähle. Beide Länder haben jeweils einen erkrankten Bürger aus den Krisengebieten heimgeflogen und erfolgreich behandelt.

Keine weiteren Fälle in den USA

Bei dem schwersten Ebola-Ausbruch in der Geschichte sind in Westafrika dieses Jahr bereits mehr als 3.400 Menschen gestorben. Auch in Nigeria, Senegal und zuletzt den USA hat es Fälle gegeben. Im texanischen Dallas bezeichnete das Krankenhaus den Zustand des dortigen Ebola-Patienten inzwischen als kritisch, der Mann kämpfe um sein Leben. Der Infizierte hatte den Virus aus Liberia in die USA eingeschleppt.

Die Gesundheitsbehörden in den USA hat aber vorläufig Entwarnung gegeben. Nach Auftreten des ersten Falles seien bisher keine neuen Infektionen festgestellt worden, teilten die US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) am Wochenende mit. Keine der Personen, die nach dem Kontakt mit einem aus Liberia eingereisten Infizierten unter Beobachtung stünden, zeige Krankheitssymptome. Im Bundesstaat Nebraska soll zudem ab Montag ein mit Ebola infizierter US-Bürger im Krankenhaus behandelt werden, der sich ebenfalls in Liberia angesteckt hat.

Verdachtsfall in den Niederlanden

Ein möglicherweise mit dem Ebola-Virus infizierter Niederländer ist in das Universitätskrankenhaus von Rotterdam eingeliefert worden. Der Mann war am Samstagabend krank aus Sierra Leone zurückgekommen und hatte sich bei einem Arzt in Dordrecht gemeldet, teilte das Gesundheitsamt der Hafenstadt am Sonntag mit. Er war demnach in der Praxis zusammengebrochen.

Wer sich mit Ebola infiziert, zeigt in den ersten Tagen nach der Ansteckung keine Symptome. In dieser Zeit ist auch eine Übertragung unwahrscheinlich. Ebola ist nur schwer heilbar und verläuft oft tödlich. An dem bisher schwersten Ausbruch sind in Westafrika seit März der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge mindestens 3.338 Menschen gestorben, 7.178 Menschen haben sich infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Schätzungen von Experten aber weit höher liegen, da viele Kranke bei ihren Familien gepflegt werden und nicht in die Krankenhäuser kommen. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Hamburger Patient geheilt

Ein in Hamburg behandelter Ebola-Patient ist inzwischen geheilt und hat das Krankenhaus verlassen. "Es geht ihm gut und er ist schon seit vielen Tagen nicht mehr infektiös", teilte das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) am Samstag mit. Der WHO-Mitarbeiter aus dem Senegal hatte sich in Sierra Leone mit dem Virus infiziert und war am 28. August im UKE aufgenommen worden. Auch in Frankfurt war am Freitag ein Ebola-Patient aus Westafrika aufgenommen worden. Bei ihm handelt es sich um einen Arzt aus Uganda, der sich in Sierra Leone angesteckt haben soll.

In Paris wurde unterdessen eine französische Nonne aus dem Krankenhaus entlassen, die sich ebenfalls mit Ebola infiziert hatte. Die freiwillige Mitarbeiterin der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hatte sich in Liberia angesteckt und war im vergangenen Monat nach Frankreich gebracht worden. Die Nonne sei geheilt und es gehe ihr gut, teilte das Gesundheitsministerium in Paris mit.

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