Chronik | Welt
28.05.2018

Starbucks schließt alle US-Filialen für Anti-Rassismus-Training

Vorübergehende Schließung als Reaktion auf unberechtigte Festnahme von Afroamerikanern in einer Filiale.

Nach der Aufregung um die unberechtigte Festnahme von zwei Afroamerikanern in einer Starbucks-Filiale in Philadelphia schult das Unternehmen am Dienstag alle seine 175.000 Mitarbeiter in den USA zum Thema Rassismus. Dafür schließt Starbucks nach eigenen Angaben für vier Stunden seine rund 8.000 US-Filialen.

Starbucks hatte die öffentlichkeitswirksame Maßnahme Mitte April angekündigt, nachdem der Vorfall in Philadelphia eine Welle der Empörung, Proteste und Boykott-Drohungen ausgelöst hatte.

Die beiden Afroamerikaner waren in Handschellen abgeführt worden, nachdem ein Starbucks-Angestellter die Polizei angerufen hatte. Er warf den Männern nach Polizeiangaben Hausfriedensbruch vor, weil sie nichts bestellt hatten. Nach Angaben ihres Anwalts hatten sie sich zu einem geschäftlichen Treffen in dem Cafe verabredet. Bestellt hätten sie nichts, weil sie noch auf einen dritten Teilnehmer gewartet hätten. Ein Video der Festnahme wurde millionenfach in den Online-Netzwerken angeklickt, Demonstranten legten kurzzeitig den Betrieb der Starbucks-Filiale lahm.