Julia Pierson bot am Mittwoch ihren sofortigen Rückzug an.

© APA/EPA/JIM LO SCALZO

Secret-Service-Pannen
10/02/2014

Chefin der US-Eliteeinheit muss gehen

Pierson muss nach einer beachtlichen Pannenserie bei der Bewachung des US-Präsidenten zurücktreten.

Julia Pierson, Chefin des Secret Service, bot am Mittwoch ihren sofortigen Rückzug an - Angebot angenommen, hieß es wenig später vom US-Heimatschutzminister Jeh Johnson. Der Chefin der Leibwache des amerikanischen Präsidenten waren in letzter Zeit zu viele Fehler unterlaufen. Jüngster Fauxpax: Ein bewaffneter Ex-Straftäter fuhr mit US-Präsident Barack Obama im Aufzug. Der Mann war Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma und wurde auffällig, als er mit seinem Smartphone Fotos von Obama machte. Außerdem war erst kürzlich ein mit einem Messer bewaffneter Mann ins Weiße Haus eingedrungen. First Lady Michelle Obama soll getobt haben, jetzt rollen Köpfe.

Erst am Dienstag musste sich Pierson vor einem Kongress-Ausschuss verantworten. Es spreche für ihre Professionalität, dass sie dabei die Verantwortung für die Pannenserie übernommen habe, sagte Regierungssprecher Josh Earnest am Mittwoch im Weißen Haus. Obama habe persönlich mit Pierson telefoniert, die 30 Jahre beim Secret Service beschäftigt war.

3400 Agenten zum Schutz von Obama

Der Secret Service bewacht den Präsidenten 24 Stunden am Tag. Er kümmert sich ebenfalls um die Sicherheit von Ehefrau Michelle sowie der beiden Obama-Töchter. Die Behörde hat rund 3400 Agenten beschäftigt.

Heimatschutzminister Johnson ernannte den Ex-Secret-Service-Agenten Joseph Clancy zum Interims-Nachfolger. Außerdem ordnete er eine Untersuchung der jüngsten Vorfalls vom 19. September durch eine unabhängige Expertengruppe an. An diese Tag war ein Irak-Veteran mit einem Messer bis tief ins Weiße Haus eingedrungen. Der Mann war über den Zaun geklettert, in das Gebäude gerannt und nicht aufgehalten worden. Zunächst hatte Obamas Leibwache behauptet, der Eindringling sei am Eingang gestoppt worden.

Zugleich waren Details einer anderen Sicherheitspanne im Weißen Haus bekanntgeworden, die sich bereits 2011 ereignete. Damals hatte ein Mann nachts sieben Schüsse auf das Weiße Haus abgegeben, wie die Washington Post berichtete. Weil ein Secret-Service-Vorgesetzter den Lärm auf eine nahe gelegene Baustelle zurückführte, habe er seine Beamten angewiesen, sich zurückzuhalten. Erst vier Tage später merkten die Personenschützer, dass das Weiße Haus von Kugeln getroffen worden war - als eine Haushälterin Glasscherben auf einem Balkon fand.

Zuvor hatte Earnest einschneidende Maßnahmen verlangt. "Es ist klar, dass einige Reformen umgesetzt werden müssen", sagte er dem TV-Sender CNN.

Die Washington Post (Mittwoch) forderte eine unabhängige Untersuchung der Abläufe bei der Leibgarde. Die New York Times sprach vom "Kollaps des Secret Service" und sagte, der Zaunspringer habe die Vorstellung der "weltweit undurchdringlichsten Sicherheitstruppe" zerschlagen. Die Agenten hätten sich als "stümperhaft" entpuppt. Das Wall Street Journal schrieb, der Vorfall habe eine "Kultur der Inkompetenz und Doppelzüngigkeit" offenbart.

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