"Gotteslästerung" wird in Russland mit Zuchthaus bestraft.

© APA/dpa/Bernd Thissen

Religion
03/03/2016

Russland: Atheisten droht ein Jahr Haft

Weil er in einem Chat die Existenz von Gott leugnete, droht dem Russen ein Jahr Haft.

"Es gibt keinen Gott!" Diese Worte schrieb der bekennende Atheist Viktor Krasnow in ein Internetforum, jetzt wird er deshalb von der russischen Justiz verfolgt. Am Mittwoch musste sich der 38-jährige Krasnow vor Gericht dem Vorwurf stellen, religiöse Gefühle Gläubiger verletzt zu haben. Das berichtet der britische Guardian unter Berufung auf Krasnows Anwalt.

Möglich macht das ein umstrittenes Gesetz aus dem Jahr 2013, das verabschiedet wurde, nachdem Mitglieder der Punkband Pussy Riot wegen ihres Auftritts in einer Kathedrale zu Haftstrafen verurteilt wurden.

"Jüdische Märchen"

Krasnow nahm 2014 an einer Debatte auf einer "humoristischen" Website teil und schrieb unter anderem: "Wenn ich sage, dass die Sammlung jüdischer Märchen, genannt die Bibel, kompletter Bullshit ist, dann ist es das. Zumindest für mich". Er ergänzte seinen Eintrag später noch um "Es gibt keinen Gott!".

Daraufhin reichte ein Teilnehmer der Diskussion eine Beschwerde gegen Krasnow ein und beschuldigte ihn, die Gefühle orthodoxer Gläubiger zu verletzen. Laut dem Guardian befand sich Krasnow im vergangenen Jahr in psychiatrischer Behandlung und sei als "gesund" entlassen worden. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte sein Anwalt, Krasnow sei "einfach ein Atheist". Im selben Forum habe er auch Witze über "Halloween und jüdische Feiertage" gemacht.

Das könnte ihm nun die Freiheit kosten, denn das russische Blasphemiegesetz sieht bei "Gotteslästerung" eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren vor.

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