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Russland
08/12/2013

Skuriller Militär-Rap wirbt um Rekruten

Russischer Beamter holpert sich durch Rap

Im Herbst werden traditionell junge Russen zum Militärdienst eingezogen. Die meisten treten den Marsch Richtung Kaserne mit langen Gesichtern an, denn das russische Heer genießt unter den Jugendlichen keinen sonderlich guten Ruf. Der mit 21 Monaten beinahe doppelt so lange soziale Ersatzdienst ist auch keine attraktive Alternative - Anfang 20 hat man einfach andere Dinge im Sinn.

Da kommen wir den Jugendlichen doch in Augenhöhe entgegen, dachte man sich wohl und drehte einen seltsamen Imagefilm für das Militär. Worum geht`s? Anton Gubankov, ehemals Journalist und mittlerweile Chef der Kulturabteilung im Verteidigungsministerium, macht auf ungewöhnliche Art und Weise Werbung für das russische Heer: Er rappt. Mit Sätzen wie "Batman im Inneren, Rambo für die Menge, das sind Männer und Offiziere, die wir brauchen- sag es laut!" will er junge Männer - und auch Frauen - dazu anstacheln, der russischen Armee beizutreten. Anfänglich noch die russische Armee-Zeitung "Krasnaja Zvezda" lesend und sich ganz als Staatsdiener gebend, nimmt er später die Krawatte ab und gibt sich ganz der machoiden Militär-Attitüde hin. "Die Armee - das ist die Struktur des Landes", wird da gerappt, während Bilder von Präsident Putin und Verteidigungsminister Schoigu auf den Tisch gestellt werden. Ob das Lust auf Armeedienst macht?

Der Versuch cool und attraktiv zu wirken, ging vor einigen Jahren mit der "Heer4U"-Kampagne auch beim österreichischen Bundesheer kräftig in die Hose. Wochenlang war der Youtube-Spot, in dem ein Panzer die Hauptrolle spielt, eine Lachnummer im Netz. Zur Ehrenrettung: Der Clip war damals übrigens 1 zu 1 von den Ukrainern abgekupfert. Sowohl die aktuelle russische Rap-Kampagne, als auch das österreichisch-ukrainische Unding kranken an denselben Symptomen: Der Versuch jugendliches Gehabe und Sprache zu imitieren, mündet in grenzdebiler Selbstpersiflage.

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