Zwei Babys waren vier Stunden lang nicht bei der richtigen Mutter

© APA/dpa/Arne Dedert

Kommt selten vor
02/09/2015

Prozess um vertauschte Kinder

Zwei 21-Jährige sehen in ihren leiblichen Müttern nur Fremde. Sie bleiben bei ihren Familien.

Manon und Mathilde sind inzwischen bald 21 Jahre alt und wollen keinen Rücktausch zu ihren leiblichen Eltern. Und doch sorgt ihr Schicksal in Frankreich für riesiges Aufsehen.

Die Mädchen wurden ein paar Tage nach ihrer Geburt vertauscht. Sie hatten Gelbsucht und wurden aus Platzgründen in ein gemeinsames Bettchen gelegt.

Und obwohl ihre leiblichen Mütter sofort Verdacht schöpften und dies auch im Krankenhaus sagten, gingen sie mit den falschen Kinder nach Hause und zogen sie wie die eigenen auf.

Erst nach zehn Jahren ließ der Ehemann von Sophie Serrano einen DNA-Test machen, weil er nicht länger dem Spott ausgesetzt sein wollte, dass seine Tochter einen dunkleren Teint hatte als er. Dabei erfuhr die Familie, dass ihr Kind nicht das leibliche war. Wie sich herausstellte, hatte eine Klinikmitarbeiterin die Mädchen vertauscht. Im Prozess, der am Dienstag beginnt, geht es um Schadenersatz.

Denn Wiedergutmachung ist unmöglich: "Nach dem Prozess werden ich besser vorankommen", sagt das eine Mädchen. Das andere findet die Wiederbegegnung mit ihrer leiblichen Mutter noch heute sehr verwirrend und seltsam: "Man trifft auf eine Frau, die einem unbekannt ist."

Dass Babys im Krankenhaus vertauscht werden, kommt nur äußerst selten vor. In Vietnam erwartet eine Mutter einen Buben und bekommt ein Mädchen. Nach drei Monaten tauschen die Eltern Bub und Mädchen zurück, die Kinder waren beim Waschen vertauscht worden. Nach 37 Jahren wundern sich zwei Freundinnen in Russland, die seit Schulzeiten eng befreundet sind, dass sie so gar keine Ähnlichkeit mit ihren Eltern haben. Ein DNA-Test bringt Klarheit. Die Mädchen wurden in der Klinik vertauscht.

Krass ist ein Fall aus Deutschland: 1991 wird nach der Blutuntersuchung eines Fünfjährigen klar, dass der Bub nach der Entbindung in einem Kreiskrankenhaus in Niedersachsen vertauscht wurde. Die Elternpaare beschließen, den jeweils von ihnen großgezogenen Buben zu adoptieren und keinen Kontakt zueinander aufzunehmen.

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