Chronik | Welt
18.05.2018

Polizei vereitelte Anschlag in Frankreich: Zwei Brüder verhaftet

Das Duo hätte den Angriff entweder mit Sprengstoff oder mit dem Gift Rizin verüben wollen.

Eine Woche nach der Messerattacke in Paris haben die französischen Behörden nach Regierungsangaben einen weiteren Anschlag vereitelt. Zwei Brüder mit ägyptischen Wurzeln seien festgenommen worden, sagte Innenminister Gerard Collomb am Freitag dem Fernsehsender BFMTV. Sie hätten den Angriff entweder mit Sprengstoff oder mit dem Gift Rizin verüben wollen.

"Sie hatten Anleitungen dazu, wie man Gift auf Rizin-Basis herstellt", sagte Collomb. Auf die Frage, wie es zu der Festnahme kam, antwortete der Minister: "Es ist so, dass wir eine gewisse Anzahl Personen in den Netzwerken überwachen." Die Männer hätten über den verschlüsselten Messenger-Dienst Telegram kommuniziert. Aus Ermittlungskreisen hieß es, die Festnahme habe vor einer Woche im 18. Stadtbezirk von Paris stattgefunden, in dem auch das Touristenviertel Montmartre liegt. Einer der beiden Männer gestand demnach, dass sie den Anschlag verüben wollten.

246 Menschen seit 2015 getötet

Am vergangenen Samstag hatte ein 20-Jähriger in einem Ausgehviertel in Paris einen Mann mit einem Messer getötet und fünf weitere Menschen verletzt. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Tat für sich. Am Donnerstagabend wurde wegen "Verbindungen zu kriminellen Terroristen" ein Verfahren gegen einen Freund des Attentäters eröffnet.

Seit Jänner 2015 wurden in Frankreich 246 Menschen bei Anschlägen getötet, mehr als 50 Attentate wurden nach Angaben der Behörden vereitelt.