Chronik | Welt
04.07.2018

Polizei erschießt jungen Mann: Unruhen in Nantes

Bei Pkw-Kontrolle in Westfrankreich tödlich verletzt. Auseinandersetzungen zwischen Beamten und Jugendlichen, Supermarkt in Brand gesteckt.

In der westfranzösischen Stadt Nantes ist es am Dienstagabend nach der Tötung eines jungen Mannes durch die Polizei zu Zusammenstößen gekommen. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, gab es Auseinandersetzungen zwischen Beamten und mit Molotowcocktails bewaffneten Jugendlichen.

Die Unruhen betrafen mehrere als Brennpunkte geltende Stadtteile. Autos wurden angezündet und ein Einkaufszentrum teilweise in Brand gesteckt.

Der Staatsanwalt von Nantes, Pierre Sennes, beschrieb die Lage am späten Abend als "sehr unruhig und unübersichtlich". Zur Verstärkung wurden weitere Polizeikräfte erwartet. Ein Bewohner von Nantes sagte AFP, er habe "Detonationen" gehört. "Es hat überall gebrannt, sie waren dabei, alles kaputt zu machen."

22-Jährigen bei Fahrzeugkontrolle erschossen

Zuvor am Abend war laut Polizei ein junger Mann im Alter von 22 Jahren wegen einer Ordnungswidrigkeit bei einer Fahrzeugkontrolle gestoppt worden. Bei der Kontrolle habe er "so getan, als wolle er aus dem Fahrzeug aussteigen", und sei dann "gegen einen Polizeibeamten gefahren", sagte der örtliche Polizeidirektor Jean-Christophe Bertrand. Der Beamte sei leicht am Knie verletzt worden, ein weiterer Beamter habe daraufhin geschossen und den jungen Mann getroffen, der "leider gestorben" sei.

Aus Polizeikreisen verlautete, der junge Mann sei an der Halsschlagader getroffen worden und im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Laut Staatsanwaltschaft werden derzeit die "Umstände untersucht, unter denen der Polizist Gebrauch von seiner Schusswaffe machte".