Oscar Pistorius: Urteil am Donnerstag

© Reuters/SIPHIWE SIBEKO

Südafrika
09/10/2014

Pistorius erfährt sein Urteil morgen

Schuldig oder nicht? Der Ex-Athlet hat noch einen Tag Schonfrist. Strafausmaß erst in mehreren Wochen.

Der 11. September - ein Schicksalstag auch für Oscar Pistorius: Sechs Monate nach Beginn der Verhandlung soll am Donnerstag einer der Aufsehen erregendsten Prozesse auf dem afrikanischen Kontinent zu seinem Ende kommen. Richterin Thokozile Masipa wird verkünden, ob der unter Mordverdacht stehende einstige Paralympics-Star schuldig ist oder nicht.

Experten gehen davon aus, dass der einstige Prothesensprinter wohl kaum den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen muss, doch einer Strafe von mindestens acht Jahren wird er ihrer Ansicht nach kaum entgehen. Die Anklage wirft dem 27-jährigen Pistorius vor, seine Freundin Reeva Steenkamp vorsätzlich ermordet zu haben. Darüber hat Richterin Masipa nun zu entscheiden.

Der Kapstädter Anwalt Keith Gess hält einen solchen Schuldspruch für unwahrscheinlich. Pistorius' Anwalt Barry Roux wisse jedoch auch, dass sein Mandant den Gerichtssaal nicht als freier Mann verlassen werde. Daher versuche er, den Fall in Richtung eines Totschlags zu drehen, meint Gess. "Ich erwarte, dass das Urteil entweder auf Mord ohne Vorsatz oder fahrlässige Tötung lauten wird", sagt der Kapstädter Jurist. Die Begriffe im südafrikanischen Strafrecht sind dabei nicht ganz deckungsgleich mit dem österreichischen Mord und Totschlag.

Bitte um Milde

Masipa wird zunächst nur darüber entscheiden, ob Pistorius schuldig ist oder nicht. Bis zur Verkündung des genauen Strafmaßes dürften noch mehrere Wochen vergehen, in denen Freunde und Familie die Richterin um Milde bitten können. "Auf den Gängen hört man, dass Pistorius zwischen acht und zwölf Jahren sitzen wird", sagte Stephen Tuson, Professor für Strafrecht und Strafverfahren an der Johannesburger Witwatersrand-Universität.

Gut fünf Monate, von Anfang März bis Anfang August, hatte der Prozess gegen den beinamputierten Athleten gedauert. Der Vorwurf: Er soll seine 29-jährige Freundin vorsätzlich ermordet haben, als er im Februar 2013 durch die geschlossene Badezimmertür seines Hauses auf sie schoss. Pistorius selbst sagt, er habe einen Einbrecher im Badezimmer vermutet und in Panik gehandelt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.