Chronik | Weltchronik
29.11.2016

Papst Franziskus empfing Agnostiker Stephen Hawking

Papst Franziskus und Stephen Hawking trafen einander im Vatikan. © Bild: APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE

Der Heilige Vater rief die Forscher auf, eine ökologischere Welt mitaufzubauen.

Es war ein Spitzentreffen zwischen dem Stellvertreter Christi auf Erden und einem der renommiertesten Wissenschaftler, zugleich Agnostiker: Papst Franziskus hat im Vatikan den britischen Astrophysiker Stephen Hawking empfangen. Der britische Wissenschafter (74) war am Montag bei einer Veranstaltung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften dabei, die bis Dienstag dauerte.

Der Papst rief die Forscher auf, eine ökologischere Welt mitaufzubauen. "Nie zuvor war die Aufgabe der Wissenschaft so augenscheinlich, sich in den Dienst für ein neues globales ökologisches Gleichgewicht zu stellen", erklärte der 79-Jährige. Er prangerte auch die internationale Politik an, die Warnungen der Wissenschafter nicht hören wolle, um stattdessen technischen oder wirtschaftlichen Interessen den Vorrang zu geben. Franziskus setzt sich seit Beginn seiner Amtszeit für Umweltschutz und gegen die Zerstörung des Planeten durch die Menschen ein.

Hawking: Gott ist "überflüssig"

Pope Francis greets physicist Stephen Hawking during an audience with participants at a plenary session of the Pontifical Academ… © Bild: AP/OSSERVATORE ROMANO PRESS OFFICE
Hawking ist Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Der schwerkranke Physiker, der nur per Sprachcomputer kommunizieren kann, bezeichnet Gott als "überflüssig". Für das Entstehen des Universums sei kein Gott als Erklärung nötig. "Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert (...). Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig", lautet eines seiner Zitate. Hawking hatte kürzlich gesagt, dass der Menschheit noch 1.000 Jahre auf der Erde blieben, dann müsse sie auf einen anderen Planeten umziehen.