Malala wurde 2012 von Taliban-Kämpfern lebensgefährlich verletzt. Sie überlebte und setzt sich seither für Menschenrechte ein - hier ist sie in einem syrischen Flüchtlingslager in Jordanien.

© APA/EPA/J. KOHLER/UNHCR/HANDOUT

Pakistan
09/12/2014

Malala-Attentäter wurden festgenommen

Die Kinderrechtsaktivistin wurde im Oktober 2012 lebensgefährlich verletzt.

Das pakistanische Militär hat die Festnahme der Attentäter bekannt gegeben, die im Oktober 2012 die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai lebensgefährlich verletzten. Wie die Armee am Freitag mitteilte, wurden insgesamt zehn Verdächtige verhaftet. Demnach gab es einen gemeinsamen Einsatz von Armee, Polizei und Geheimdiensten.

"Die in den Angriff auf Malala Yousafzai involvierte Gruppe wurde festgenommen", sagte Generalmajor Asim Bajwa. Die Gruppe gehöre zu der islamistischen Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP). Der Plan zum Angriff auf Malala sei vom TTP-Führer Maulana Fazlullah entwickelt worden.

Behandlung in Großbritannien

Malala wurde nach dem Angriff zur Behandlung nach Großbritannien gebracht, wo sie bis heute lebt. Im vergangenen November wurde Malala mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet. Sie sei eine "Überlebende, eine Heldin, eine ungewöhnliche junge Frau", sagte der Präsident des Parlaments, Martin Schulz (SPD), damals. Die Jugendliche habe daran erinnert, dass "Bildung und Wissen die besten Waffen gegen Intoleranz, Gewalt und Armut" seien.

Bekannt wurde Malala mit einem Blog für den britischen Rundfunksender BBC, den sie im Alter von elf Jahren zu schreiben begann. Darin beschrieb die Tochter eines Schulleiters ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban, die vorübergehend das Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan kontrollierten, bevor die Armee sie wieder vertrieb. Sie schrieb von den Gräueltaten der Gotteskrieger, vor allem gegen Frauen und Kinder.

Taliban-Attentat

Am 9. Oktober 2012 stiegen mehrere Taliban-Kämpfer in den Schulbus, in dem Malala saß. Einer schoss ihr gezielt in den Kopf und verletzte sie schwer. Dank einer raschen Notoperation in Pakistan und einer anschließenden Behandlung im Großbritannien überlebte das Mädchen das Attentat.

Malala: "Manche Kinder wollen nur ein Buch und einen Stift"

Der Preis geht an eine Überlebende, an eine Heldin" - mit diesen Worten hat Parlamentspräsident Martin Schulz am 20. November, dem Weltkindertag, den Sacharow-Preis an Malala Yousafzai übergeben. Die junge Aktivistin wurde damit für ihren Einsatz für Bildung und Frauenrechte geehrt. Minutenlang applaudierten die EU-Parlamentarier in Straßburg dem jungen Mädchen als sie den Preis entgegen nahm.

In ihrer Dankesrede betonte Malala, dass jeder Mensch für das Überleben der Schwachen kämpfen müsse. Die Preisträgerin verwies auf weltweit 57 Millionen Kinder, die nicht zur Schule gehen könnten. Sie hielt fest: "Viele Kinder wollen kein iPhone, keine Playstation, keine Schokolade. Sie wollen nur ein Buch und einen Stift."

Auch Malalas Vater wurde in der Rede von Schulz geehrt: Er sei ein bemerkenswerter Mann, denn er habe seiner Tochter "nicht die Flügel gestutzt". Dieser wirkte sichtlich gerührt, griff sich mit seiner Hand ans Herz und dankte dem Saal.

Mordanschlag

Yousafzai hat ihren Kampf für Schulbildung fast mit dem Leben bezahlt. Im Swat-Tal Pakistans, wo die radikalislamischen Taliban Mädchen den Schulbesuch verwehren, überlebte sie vergangenes Jahr ein Attentat. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Birmingham in Großbritannien. Dort geht sie zur Schule. "Wir sind glücklich, dass sie diesen feigen Mordanschlag überlebt hat", sagte Parlamentspräsident Schulz bei der Preisverleihung.

An der Feier zum 25-jährigen Bestehen der Auszeichnung nahmen mehrere frühere Preisträger teil. Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte und mit 50.000 Euro dotierte Preis wird seit 1988 vom EU-Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich auf vorbildliche Weise für Menschenrechte und Demokratie einsetzen.

Die Rede als Video gibt es hier.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.