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Polen
08/28/2015

Nazigold: Gefährliche Schatzsuche in Polen

Offizielle Stellen haben die Existenz des Nazi-Zugs mittlerweile bestätigt. Auch Radarfotos als Beleg.

Die polnische Regierung hat Schatzsucher vor möglichen Minen im sagenumwobenen "Nazi-Zug" gewarnt. In dem versteckten Zug, von dessen Existenz er überzeugt sei, könnten sich "gefährliche Stoffe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs" befinden, erklärte der nationale Denkmalkonservator Pjotr Zuchowski am Donnerstag.

Zuchowski ist sich "zu 99 Prozent" sicher, dass in Polen tatsächlich ein gepanzerter Nazi-Zug gefunden wurde. Er habe auf Radarfotos einen gepanzerten Zug von über hundert Metern Länge gesehen, der unter Erde begraben sei, sagte Zuchowski am Freitag vor der Presse in Warschau.

Nach dem Bekanntwerden von Informationen über die Entdeckung des Zuges in der Region von Walbrzych (Waldenburg) im polnischen Niederschlesien sei dort eine "verstärkte Aktivität von Schatzsuchern" zu beobachten. Er rufe dazu auf, alle Nachforschungen solange einzustellen, bis der "Fund" offiziell gesichert sei, fügte Zuchowski hinzu.

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Am Vortag hatte der Vizebürgermeister von Walbrzych, Zygmunt Nowaczyk, offiziell die Existenz des "Nazi-Zugs" bestätigt. Dieser befinde sich auf dem Gelände der Stadt, der genaue Fundort blieb geheim. Ein Deutscher und ein Pole hatten vor einer Woche über einen Anwalt mitteilen lassen, sie hätten Hinweise auf einen 120 bis 150 Meter langen gepanzerten Zug.

Projekt "Riese"

In der Nähe von Walbrzych gibt es eine ganze Reihe unterirdischer Stollen, die die Nazis unter dem Codenamen "Riese" hatten bauen lassen. Geschützt vor Luftangriffen der Alliierten sollten dort ursprünglich Waffen produziert werden, aber auch Kommandostrukturen bis hin zu einem neuen Führerhauptquartier hätten hier möglicherweise entstehen sollen. Die Größe der gesamten Anlage des Projekt Riese sollte 194.232 m² betragen, genaue Rekonstruktionen sind aber nicht mehr möglich, da die Pläne vernichtet wurden.

Ein Teil der Stollen ist heute für Touristen offen. Das Tunnelsystem zieht aber auch viele Schatzsucher an.

Die Berichte über den Fund heizten in Polen die Gerüchte um einen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck an, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region verschwunden sein soll. Nowaczyk stellte klar, dass der "Fund" unabhängig von seinem Wert dem polnischen Staat gehöre.

"Die Tatsache, dass es ein gepanzerter Zug ist, legt nahe, dass es in seinem Inneren Objekte von Wert geben kann." In Polen hält sich seit Jahren hartnäckig das Gerücht über einen verschwundenen Zug der Nazis voller Gold und Schmuck. In dem Zug könnten "Kostbarkeiten, Kunstwerke, sogar Archive sein, von deren Existenz wir wussten, ohne dass sie gefunden wurden", erklärte Zuchowski.

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