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Nach Marius
03/26/2014

Kopenhagener Zoo rottet Löwenfamilie aus

Zehntausende haben eine Online-Petition gegen die Tötung unterschrieben.

Der Kopenhagener Zoo hat erneut mehrere seiner Zoobewohner getötet. Nach der Giraffe Marius waren diesmal die Löwen dran. Vier Löwen starben am Montag. Sie mussten Platz für eine neue Generation - darunter ein Zuchtlöwe - machen, wie der Zoo am Dienstag verlautbaren ließ.

"Der Generationswechsel war schon lange geplant, weil die beiden Zuchtlöwen des Zoos sehr alt waren."

Mit den zwei alten Löwen starben auch ihre beiden Jungen. Sie wären dem Zoo zufolge allein nicht zurechtgekommen. Die Jungtiere wären demnach vom männlichen Neuzugang getötet worden.

Ein Löwe und zwei Löwinnen, geboren 2012, sind nun neu ins Löwengehege gezogen. Der Zoo erhofft sich die Begründung eines neuen Rudels.

Strum der Entrüstung

Im Netz ist bereits ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Mehr als 40.000 Menschen unterschrieben bis Mittwochmittag eine Online-Petition mit dem Titel "Sagt dem Kopenhagener Zoo, dass er aufhören soll, gesunde Tiere zu töten!!".

Die Verantwortlichen im Zoo scheuen die Konfrontation allerdings nicht: "Wir mussten das tun", sagte der Verwaltungsdirektor des Zoos, Steffen Sträde. "Und wir freuen uns darauf, mit Menschen darüber zu sprechen, wieso." Der Kopenhagener Zoo tötet jedes Jahr etwa 20 bis 30 Tiere, zum Beispiel weil nach seinen Angaben Inzucht droht.

Boykott des Song Contest gefordert

Die österreichische Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" wird dem Zoo Missmanagement vor. "Einfach nur Tiere planlos zu produzieren und sie dann zu töten, ist verantwortungslos und hat nichts mit einem Bildungsauftrag oder einer wissenschaftlichen Grundlage zu tun - beide Aspekte sollten aber die Säulen eines Zoos des 21. Jahrhunderts sein", erklärte die Organisation am Mittwoch in einer Aussendung. Die Tierschutzorganisation "EndZoo" sprach von Tötungswahnsinn und forderte Österreich sowie Deutschland auf, aus Protest dem "Eurovision Song Contest 2014" in Kopenhagen aus Protest fern zu bleiben.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte die Tötung der vier Löwen - neben zwei alten Tieren starben auch ihre beiden Jungen - als "ethisch unverantwortlich". "Es geht um Besucher und letztlich darum, was das Tier einbringt. Hat es seinen Zweck erfüllt, wird es abgeschoben oder getötet - das ist die traurige Wahrheit in vielen Zoos", erklärte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder am Mittwoch in Bonn.

Aufregung um Marius

DasSchicksal des Giraffenjungen Marius hatte dem Zoo in der dänischen Hauptstadt ungewollt weltweite Aufmerksamkeit beschert. Eine Welle der Empörung war hochgeschwappt, nachdem die Giraffe aus Platzmangel getötet und vor Kinderaugen obduziert worden war. Marius' Fleisch wurde teilweise an Raubtiere verfüttert. Eine Online-Petition hatte die Schließung des Zoos gefordert.
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