epa01061672 Mongolian men prepare a horse for a 23 kilometre race jockeyed by children age four to thirteen, in Atar, Tuv Aimag, Mongolia, 10 July 2007. Mongolia is celebrating the Naadam festival from 11-13 July 2007, the most important festival of the year, with horseracing, wrestling and archery - known as the three 'manly sports'. EPA/MICHAEL REYNOLDS

© APA/Michael Reynolds

Mongolei
08/04/2013

Männer fordern Gleichberechtigung

Töchter bevorzugt: In der Mongolei verdienen Frauen mehr als Männer.

Die Mongolei erscheint als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – für Frauen, wenn man Forschern glauben kann. Während sich der durchschnittliche Mann um das Baby kümmert und sich mit schlecht bezahlten Teilzeitjobs abgibt, bringt seine Frau das Geld ins Haus. Der 34-jährige Amarsaikhan Gantulga arbeitet als Fahrer und Wachmann, während seine Frau Finanzleiterin in einem großen Hotel ist. „Das ist auf jeden Fall unfair“, zitiert ihn Spiegel Online. Deshalb wünscht er sich Gleichberechtigung für benachteiligte Männer.

Tatsächlich beziffern Statistiken den Anteil der weiblichen Uni-Absolventen mit 60 bis 80 Prozent. Lange hieß es, Frauen sollen lernen und die Männer daheim bleiben und das Vieh hüten.

Die US-Forscherin Linda Benson beschreibt das Phänomen in der Mongolei als „umgedrehte Kluft zwischen den Geschlechtern“. Eine ganze Elterngeneration hat mehr Geld in die Ausbildung der Töchter investiert als in die der Söhne. Die Eltern dachten, dass nur Mädchen mit Uni-Abschluss Erfolg haben würden. „Bei den Söhnen denken sie, dass sie auch ohne Uni-Abschluss eine Arbeit finden“, sagte Uyanga Tsogtsaikhan von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ulan Bator. Zwar ändere sich diese Einstellung mittlerweile, aber aus der Generation der heute 30-Jährigen hätten viele Männer Probleme, gute Jobs zu finden.

Das könnte allerdings auch ganz andere Ursachen haben, vermutet die mongolische Gesundheitsministerin Natsag Udval: „Ich habe mich meine ganze Karriere hindurch gegen Männer durchsetzen müssen“, sagt sie. Im Juni wollte sie als erste Frau das Präsidentenamt antreten, doch sie verlor gegen eine Mann.

Gantulga, der Gelegenheitsjobber, hat einen Uni-Abschluss in Maschinenbau. Er sagt: „Frauen sind bei Chefs beliebter, sie gelten als anpassungsfähiger“. Ein Uniprofessor sieht das Phänomen nüchtern. „Es gibt viele Arbeiten, die mongolische Männer schlicht und einfach nicht in Erwägung ziehen.“ Zu dangerous (gefährlich), zu dirty (dreckig), zu dreary (langweilig).

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