Chronik | Welt
25.05.2018

Mindestens sieben Tote bei Anschlag in Benghazi

Sicherheitskreise: Mehr als 20 Verletzte gab es bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum der libyschen Stadt.

Bei einem Autobombenanschlag in der libyschen Stadt Benghazi (Bengasi) sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens sieben Menschen getötet worden. Rund 20 weitere seien bei dem Anschlag vom Donnerstagabend verletzt worden, verlautete aus den Sicherheitskreisen. Augenzeugen sprachen von mindestens 22 Verwundeten.

Die Autobombe explodierte demnach in der Nähe des Tibesti-Hotels im Zentrum der Stadt auf einer belebten Straße. Dort versammelten sich während des muslimischen Fastenmonats Ramadan viele Menschen, hieß es. Bei den Opfern handle es sich um Zivilisten.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Sicherheitsquelle beschuldigte jedoch "terroristische Schläferzellen", die damit die Botschaft senden wollten, dass Benghazi nicht sicher sei. Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert.

Die ostlibysche Stadt Benghazi wird von den Milizen des mächtigen Generals Khalifa Haftar kontrolliert. Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit wird von einer Gegenregierung infrage gestellt, die mit Hilfe der selbsternannten Nationalen Libyschen Armee (ANL) des umstrittenen abtrünnigen Generals Haftars im Osten von Libyen herrscht.

Nach dreijährigen Kämpfen hatten Haftars Kämpfer im Juli vergangenen Jahres die vollständige Befreiung Benghazis von Jihadistenmilizen erklärt. Doch Anschläge und Kämpfe erschütterten Libyens zweitgrößte Stadt seither immer wieder.