Klagemauer: Schecks über 500 Mio. Dollar gefunden

Ein Junge mit Kippa betet an der Klagemauer in Jerusalem.
Die Polizei prüft nun die Echtheit der Papiere.

An der Jerusalemer Klagemauer ist ein Umschlag mit Schecks im Wert von einer halben Milliarde Dollar (über 375 Millionen Euro) gefunden worden. Der Finder habe die 507 Schecks an die Polizei weitergegeben, teilte die Verwaltungsstiftung der Klagemauer am Mittwoch mit.

Jedes der Papiere sei auf fast eine Million Dollar ausgestellt, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Derzeit werde die Herkunft und Echtheit des ungewöhnlichen Funds geprüft. Nach erstem Eindruck handle es sich um echte Schecks.

"Nigerianische Schecks"

Laut Polizei stammen die Schecks aus verschiedenen Ländern, nach Auskunft der Stiftung handelt es sich hingegen um "nigerianische Schecks". An der Mauer, an der Gläubige üblicherweise kleine Zettel mit Gebeten hinterlassen, finden sich demnach häufiger Spendenschecks aus afrikanischen Ländern. Die meisten davon platzten jedoch.

Die Klagemauer in Jerusalem ist der heiligste Ort für Juden in aller Welt. Auf hebräisch heißt sie übersetzt westliche Mauer. Sie ist die ehemalige Westmauer des von Herodes erbauten zweiten jüdischen Tempels, der im Jahre 70 nach Christus von den Römern zerstört wurde. Die Mauer ist etwa 50 Meter lang und 20 Meter hoch. Während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 eroberte Israel den Ostteil Jerusalems und übernahm damit auch die Kontrolle über die Klagemauer.

Auf der rechten Seite beten Frauen, auf der linken Seite getrennt davon die Männer. Auch nichtjüdische Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, wenn sie sich dem Heiligtum nähern. Am Sabbath sowie an sonstigen Feiertagen darf dort nicht fotografiert werden. Gläubige Juden können Zettel in die Ritzen der Klagemauer stecken, die nach jüdischer Tradition für Gott bestimmt sind. Im Jahr 2000 hatte dies bereits Papst Johannes Paul II. getan, 2009 tat es ihm Papst Benedikt XVI. gleich. Die zusammengefalteten Blättchen werden zweimal im Jahr aus der Mauer genommen und an einen sicheren Ort gebracht.
 

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