Chronik | Welt
27.11.2017

Japan: Leichen mutmaßlicher Nordkoreaner angeschwemmt

Dutzende nordkoreanische Fischerboote treiben jedes Jahr nach Japan.

An der Küste Japans sind zwei stark verweste Leichen angeschwemmt worden, bei denen es sich um nordkoreanische Fischer handeln könnte. Die beiden Leichen seien am Wochenende an verschiedenen Stellen gefunden worden, sagte der Polizist Hideaki Sakyo auf der Insel Sado in der zentraljapanischen Präfektur Niigata am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

An der Nordwest-Küste Japans sind zehn verweste Leichen und Wrackteile angeschwemmt worden. Bei zwei Todesopfern gab es klare Hinweise darauf, dass sie aus Nordkorea stammten, wie die japanische Küstenwache und Polizei am Montag mitteilten. Jahr für Jahr stranden dutzende nordkoreanische Fischerboote an der japanischen Küste. In manchen Fällen überleben die Besatzungsmitglieder die Havarie.

Identifikation schwierig

Zwei Leichname seien an der Küste einer Insel gegenüber der Stadt Niigata rund 750 Kilometer östlich von Nordkorea entdeckt worden, teilte die Polizei weiter mit. Die Opfer hätten nichts dabei gehabt, womit sie eindeutig identifiziert werden könnten. In der Nähe eines der Toten seien aber elf Schachteln mit nordkoreanischem Tabak sowie Wrackteile und Rettungswesten mit koreanischer Beschriftung gefunden worden.

An der Küste der weiter nördlich gelegenen Präfektur Akita wurden am Montag acht weitere Leichen entdeckt, die sich im Inneren eines gekenterten Holzbootes befanden. Das Boot war bereits am Freitag geortet worden, doch wurden wegen der aufgewühlten See keine Versuche zur Rettung unternommen. Bei diesen acht Todesopfern gab es zunächst keine Hinweise auf deren Herkunft.

Geisterschiffe

Alljährlich stranden dutzende "Geisterschiffe" aus Nordkorea an Japans Küsten. Erst am Freitag tauchten an einem Strand acht nordkoreanische Fischer auf, die nach eigenen Angaben nach technischen Problemen auf ihrem Boot im Meer getrieben waren. Ende 2015 wurden 14 verwitterte Kutter mit insgesamt zwei Dutzend Leichen an Bord in Japan angeschwemmt oder vor der Küste entdeckt.

Nach Angaben von Experten gehen die nordkoreanischen Fischer teils hohe Risiken ein und fahren mit veralteten und schlecht ausgerüsteten Booten weit aufs Meer hinaus, um staatliche Fangquoten erfüllen zu können. Viele überlebende Fischer wollen wieder nach Nordkorea zurück, andere laufen über und werden dann nach Südkorea geschickt.

Die Beziehungen zwischen Japan und Nordkorea sind angespannt. Drohungen aus Pjöngjang an die Adresse Japans sind an der Tagesordnung.