Chronik | Welt
22.03.2018

Ist dieser Hund ein Hassverbrechen?

Auf das Kommando "Sieg heil" macht Mops Buddha den Hitlergruß. Dafür wurde ein Schotte nun verurteilt. Zurecht?

Immer wenn Buddha „Sieg heil“ hört, macht er den Hitlergruß. Deshalb muss der Schotte Mark Meechan nun vielleicht ins Gefängnis. Es ist eine skurrile Geschichte: Weil er genervt war, dass seine Freundin ihren schwarz-weißen Mops namens Buddha so unglaublich süß fand, fing er an, ihn zu abzurichten. Allerdings ein bisschen anders, denn das am wenigsten Süße, das Meechan einfiel, war: ein Nazi.

Als machte er Buddha zu einem Nazi-Mops, der die rechte Pfote hebt. Ein Video davon hat er auf Youtube hochgeladen, genauso eines, wo er Buddha mehrfach fragt: „Willst du die Juden vergasen? Willst du die Juden vergasen?“ Eine andere Szene zeigt Buddha vor einem Fernseher sitzend, wie er Hitler-Reden schaut.

Ist das noch Satire? Das wurde 2016, als das Video hochgeladen wurde, breit diskutiert. Die schottische Polizei diskutierte nicht, sie handelte und verhaftete Meechan. Eine Nacht verbrachte er im Gefängnis und wurde wegen des Verstoßes gegen den „Communications Act of 2003“ angeklagt. Weil es viele Menschen in ihren Gefühlen verletzt habe, sagte ein schottischer Polizist.

Nun, knappe zwei Jahre später, wurde er schuldig gesprochen. Dass das Video lustig gemeint war, war dem Richter nicht genug, auch die Meinungsfreiheit würde nicht höher stehen als die Tatsache, dass das Video „rassistischer und antisemitischer Natur sei“: Meinungsfreiheit „komme mit einer gewissen Verantwortung“, sagte der Richter. Meechan meldete Berufung an und veröffentlichte ein Video, in dem er sich entschuldigte.

Aber die Diskussion bleibt dieselbe: Während Comedians – darunter auch jüdische - Meechan verteidigen, sagte ein Vertreter der jüdischen Community in Schottland, dessen Familienangehörige im Holocaust umgekommen sind: „Ich verstehe nicht, wie das jemand lustig finden kann.“

Meechan bleibt jedenfalls dabei, dass sein Video ein Scherz gewesen sein, „und das Urteil beunruhigt mich, was die Zukunft von Scherzen in Großbritannien bedeutet."