Empörung über die Mohammed-Karikaturen in Teheran

© APA/EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Iran
02/03/2015

Wettbewerb für judenfeindliche Cartoons

Aus Rache: Preise für Holocaust-Leugnung.

Als Reaktion auf den erneuten Abdruck einer Mohammed-Karikatur in dem französischen Satiremagazin Charlie Hebdo hat das Regime in Teheran den "2. Internationalen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb" ins Leben gerufen. Die Teilnehmer sind explizit aufgefordert, sich über den systematischen Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis lustig zu machen. Die Zeichner sollen in ihren Arbeiten den Holocaust leugnen oder zumindest relativieren, wie bild.de berichtet.

Masud Shojaei-Tabatabaii, der Organisator des Contests, betonte auf einer Pressekonferenz, dass der Wettbewerb ein "Protest" gegen die Titelseite von Charlie Hebdo sei. Der Gewinner erhält 12.000 Dollar Preisgeld (10.600 Euro). Ein Kulturzentrum der iranischen Mullahs hat für den zweiten und dritten Platz zudem eine Prämie von 8000 bzw. 5000 Dollar versprochen.

Ausstellung

Cartoons können bis April eingereicht werden. Die Arbeiten sollen dann mitten in Teheran gezeigt werden – zunächst im Palästinenser-Museum für zeitgenössische Kunst, dann auch an anderen Orten.

Der Iran hatte zwar den Terroranschlag auf Charlie Hebdo verurteilt, aber auch die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen. Es ist nicht das erste Mal, dass in dem Land ein Zeichenwettbewerb zur Holocaust-Leugnung stattfindet: Im Jahr 2006 hatte die iranische Zeitung Hamshahiri bereits einen derartigen Contest veranstaltet. Ebenfalls aus Rache – kurz zuvor hatte eine dänische Zeitung Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

Der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Holocaust als "Erfindung der Juden" bezeichnet – und gedroht, Israel zu vernichten.

Im Jahr 2006 gingen insgesamt 1100 Zusendungen aus 60 Ländern ein. Der Wettbewerb wurde unter anderem von UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Organisation Reporter ohne Grenzen und der Anti Defamation League scharf verurteilt.

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