Indira Gandhi (1917 - 1984) wurde von Sikh-Leibwächtern ermordet.

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Indien
08/23/2014

Start von Film über Indira Gandhi von Behörden verhindert

Ihre Ermordung 1984 führte zu Unruhen. Der Vorwurf: Der Film verherrliche die Mörder der Premierministerin.

Zwei Sikh-Leibwächter erschossen Indira Gandhi am 31. Oktober 1984 im Garten ihres Hauses, als sie Peter Ustinov für die BBC ein Interview geben wollte.

30 Jahre später sorgt der Film "Kaum De Heere" für Aufregung, denn er könne, so das indische Innenministerium, Gewaltausbrüche provozieren. Der Zentralausschuss für Filmzulassungen hat den für Freitag geplanten Kinostart deshalb verboten.

Indira Gandhi war die Tochter des neben Mahatma Gandhi (mit dem sie nicht verwandt war) wichtigsten Unabhängigkeitsaktivisten und ersten Premierministers Jawaharlal Nehru. Die Familie gehört zu den Pandit-Brahmanen aus Kaschmir, eine der höchstrangigen Jati im indischen Kastensystem, die bis heute die Geschicke des Landes maßgeblich steuert. Nach dem Tod ihres Vaters übernahm Indira Gandhi, die Ferenze Gandhi, einen Parsen, geheiratet hatte, die regierende Kongresspartei und war von 1966 bis 1977 und von 1980 bis zu ihrer Ermordung 1984 Premierministerin. Vier Monate vor ihrem Tod hatte sie den Goldenen Tempel, das wichtigste Heiligtum der Sikh, stürmen lassen. Indira Gandhi gilt als Architektin des modernen Indien. Ihren Kritikern galt sie aber auch als skrupellose Machtpolitikerin.

Nach dem Attentat kam es zu Unruhen mit mehreren Tausend Toten.

Zu den Gegnern des Films gehört die Jugendorganisation von Gandhis Kongresspartei. Der Regisseur des Films, Ravinder Ravi, verteidigte das Werk in der Zeitung The Hindu. Die Charaktere des Films seien "weder Helden noch Bösewichte".

Indira Gandhis italienische Schwiegertochter Sonia leitet heute die Geschicke der Kongresspartei und stemmt sich gegen den Hindu-Nationalismus. Sie gilt vielen, auch nach dem Tod ihres Mannes Rajiv, immer noch als Ausländerin.

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