Experten hatten vor der Gefahr gewarnt, die von den Brennstäben ausgeht.

© REUTERS/POOL

Japan
11/05/2014

Fukushima: Brennstäbe aus Reaktor 4 geborgen

1.300 strahlende Elemente wurden aus dem japanischem Katastrophen-AKW geholt.

Im japanischen Fukushima sind laut Kraftwerks-Betreiber Tepco die letzten abgebrannten Brennstäbe aus dem Reaktorblock 4 geborgen worden. Abgeschlossen sind die Aufräumarbeiten in Folge der Atomkatastrophe vor mehr als dreieinhalb Jahren aber noch lange nicht.

In Reaktor 1 waren am Tag nach dem Tsunami 400 Brennelemente geschmolzen, 70 Tonnen geschmolzener Kernbrennstoff haben sich bis zu 65 Zentimeter in die äußere Stahlbetonhülle gefressen, erinnerte die Umweltorganisation Global 2000. In den Reaktoren 2 und 3 seien jeweils 548 Brennelemente zu einem hoch radioaktiven Brennstoff-Klumpen geschmolzen. Weltweit habe es noch keine Bergung von geschmolzenen Brennstoff aus einer solchen Umgebung gegeben.

Die geborgenen Brennstäbe werden einstweilen in einem sichereren Becken gelagert, die Frage nach einer Endlagerung ist noch offen.

Die Betreiberfirma sei zudem völlig überfordert mit der Eindämmung der Wassermassen, die in den Kellern der Atomruine mit dem geschmolzenen Kernbrennstoff in Kontakt kommen, sorgen sich die Umweltschützer. 400.000 Liter fließen ihren Angaben zufolge täglich von den Bergen vor der Nuklearanlage nach, werden radioaktiv verstrahlt und sammeln sich in immer neuen riesigen Wassertanks im Kraftwerk, wo nur Teile der Radionuklide entfernt werden können. Zwischenfälle führen zum Auslaufen des Wassers in den Pazifik.

Der aktuelle Stand der Aufräumarbeiten: Seit November 2013 sind laut Tepco nunmehr über 1.300 Brennstäbe geborgen werden. Weitere 180 ungenutzte Brennstäbe sollen noch heuer aus einem Gebäude des Reaktorblocks 4 geholt werden.

Am 11. März 2011 hatte ein schweres Erdbeben einen Tsunami ausgelöst, der die Nordostküste Japans traf. Die Naturkatastrophe führte in Fukushima zur schwersten Atomkatastrophe seit Tschernobyl.

"Keine Notfall-Hilfe"

Die österreichischen Umweltschützer forderten ein Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft. Tepco kämpfe "völlig allein", kritisierte Reinhard Uhrig von Global 2000. Österreich und die anderen Staaten müssten "aufhören, in der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit Sitz in Wien dabei tatenlos zuzusehen, und ein internationales Mandat für die Aufräumarbeiten einfordern". Österreich hält bis Herbst 2015 den Vize-Vorsitz im 35-köpfigen IAEO-Gouverneursrat. Uhrig wünscht sich "eine Reform der Atomenergie-Behörde weg von einer Atom-Förderorganisation in Richtung zu einer internationalen Notfall-Hilfsorganisation" und warnte: "Weiteres Zuwarten wird zu weiterer schwerer Verseuchung der Fukushima-Region und des Meeres vor den Reaktor-Ruinen führen."

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