Vor den Toren der Kaserne

© APA/EPA/ERIK S. LESSER

USA
07/17/2015

Fünf Tote nach Schüssen auf Militäreinrichtungen

Auch der Schütze wurde getötet. Über das Motiv herrscht derzeit noch Rätselraten.

Bei zwei Angriffen auf Militäreinrichtungen im US-Staat Tennessee sind am Donnerstag vier Militärangehörige und der mutmaßliche Schütze getötet worden. Weitere Menschen wurden verletzt. Ein Mann hatte an einer Reservistenkaserne und vor einem Rekrutierungsbüro in der Stadt Chattanooga das Feuer eröffnet. Noch herrscht Unklarheit über das Motiv. Die US-Bundespolizei FBI erklärte in der Nacht auf Freitag, sie gehe derzeit nicht davon aus, dass der Täter einer internationalen Extremistenorganisation angehört oder entsprechende Verbindungen gehabt habe.

Laut Ermittlerkreisen wird aber untersucht, ob der Angriff in Chattanooga von einer radikalen Gruppe wie der Islamisten-Miliz IS inspiriert gewesen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es einen terroristischen Hintergrund gebe. Bei dem Überfall am Donnerstagabend hatte der 24-jährige Angreifer vier Soldaten getötet und bevor er bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben kam.

Das FBI gab den Namen des mutmaßlichen Schützen als Mohammod Youssuf Abdulazeez an. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen US-Bürger kuwaitischer Abstammung. Der New York Times zufolge war sein Vater vor mehreren Jahren wegen möglicher Verbindungen zu ausländischen Extremisten-Organisationen im Visier der Behörden. Das Heimatschutzministerium ordnete nach dem Vorfall verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an einigen Bundeseinrichtungen an.

Immer wieder Angriffe

Tödliche Schüsse auf US-Militärbasen gab es in der Vergangenheit immer wieder.

April 2014: Ein Soldat, der wenige Jahre zuvor im Irak gedient hatte, erschießt bei einem Amoklauf auf der US-Militärbasis Fort Hood (Texas) drei Kameraden und verletzt 16 weitere teilweise schwer. Alle Opfer sind Soldaten. Anschließend tötet der Mann sich selbst.
September 2013: Auf einer Marinebasis in Washington erschießt ein 34 Jahre alter früherer Reservist wahllos zwölf Menschen. Er selbst stirbt im Gefecht mit der Polizei. Nach Angaben der Ermittler litt er unter Wahnvorstellungen.
März 2013: In einer Offiziersanwärterschule bei Washington erschießt ein US-Soldat zwei Kameraden und sich selbst. Das Motiv bleibt ungeklärt.
November 2009: Kurz vor seinem geplanten Einsatz im Irak feuert ein muslimischer US-Offizier auf dem Stützpunkt Fort Hood (Texas) um sich. Bilanz: 13 Tote, Dutzende Verletzte. 2013 wird der Mann zum Tode verurteilt. Das Motiv des Militärpsychiaters: Er wollte die radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor US-Soldaten schützen.
Juni 1994: Ein Amokläufer erschießt in einem Militärhospital in Spokane (US-Bundesstaat Washington) vier Menschen, bevor er selbst durch Polizeikugeln stirbt. Der 20-Jährige war wegen psychischer Probleme kurz zuvor aus der US-Luftwaffe entlassen worden.

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