Chronik | Welt
31.05.2018

Flensburg: Messerangriff in Intercity offenbar kein Terrorakt

Bisher keine Hinweise auf Anschlag. Mitreisende Polizistin erschoss Angreifer bei der Einfahrt in den Bahnhof.

Nach dem Messerangriff in einem Zug im schleswig-holsteinischen Flensburg gibt es bisher keine Erkenntnisse zu einem terroristischen Motiv. Wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten, stach ein Mann am Mittwochabend während der Einfahrt des Intercitys in den Bahnhof der Stadt auf einen Fahrgast und eine Polizistin ein, die sich zufällig mit an Bord befand. Sie erschoss den Angreifer.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Täter mutmaßlich um einen 24-jährigen Asylwerber aus Afrika, vermutlich aus Eritrea. Die genaue Identität stehe noch nicht fest und werde erst im Tagesverlauf durch eine Obduktion zu klären sein. Die genauen Abläufe des Geschehens seien ebenfalls noch unklar. Der Passagier und die Beamtin seien schwer, allerdings nicht lebensgefährlich verletzt worden, hieß es weiter.

Während der Einfahrt in den Flensburger Bahnhof kam es nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen in einem Zugabteil zu einer "Auseinandersetzung", in deren Verlauf der 24-Jährige auf den Passagier und die Polizistin einstach. Bisher gebe es keine Hinweise auf einen "terroristischen oder politischen Hintergrund".

Der Angreifer habe nach gegenwärtigem Ermittlungsstand anscheinend in Nordrhein-Westfalen gewohnt und für Deutschland eine befristete Aufenthaltserlaubnis besessen, teilte die Polizei weiter mit. Die 22-jährige Polizistin stamme aus Bremen und sei als Mitreisende in dem Zug unterwegs gewesen, habe aber Uniform und Einsatzausrüstung getragen. Der verletzte Fahrgast sei ein 35-jähriger Mann aus Köln.

Die Attacke ereignete sich im Intercity 2406 auf der Fahrt von Köln nach Flensburg. Die Polizei bat Reisende, die noch nicht von Beamten registriert wurden, Angaben zum Hergang des Geschehens und zum Verhalten des späteren Messerangreifers während der Reise zu machen.