Sicherheitsbeauftragter Rubido führt das Video vor

© REUTERS/STRINGER/MEXICO

Mexiko
07/15/2015

"El Chapo": Video der letzten Momente in der Zelle

Der spektakulär entflohene Drogenboss ist wieder Staatsfeind Nummer eins in den USA.

Während im Internet schon diverse Loblieder auf die filmreife Flucht des mexikanischen Drogenbosses Joaquin "El Chapo" Guzman kursieren, müssen sich die Behörden noch immer rechtfertigen. Wie konnte das passieren? Guzman floh durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Gefängnis direkt in die Freiheit. Inzwischen ist klar, dass ihm das Gefängnispersonal half.

Um nun wenigsten größtmögliche Transparenz walten zu lassen, veröffentlichten die Behörden die Aufnahmen der Überwachungskameras. Darauf zu sehen ist, wie der frühere Chef des Sinaloa-Kartells in den letzten Minuten vor seinem Ausbruch in der Zelle umhergeht, sich auf das Bett setzt und die Schuhe wechselt. Dann verschwindet "El Chapo" im Waschbereich. "Die Toilette und die Dusche liegen im toten Winkel der Kameras. Damit soll die Privatsphäre der Häftlinge gewahrt werden", sagte der nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido am Dienstagabend. Unter der Dusche endete der Tunnel, durch den Guzman am Samstag geflohen war.

Staatsfeind Nummer 1

Dieser ist nun unauffindbar und laut einer US-Organisation wieder Staatsfeind Nummer 1. Der Titel wird von der Organisation Chicago Crime Commission (CCC) vergeben. Vor "El Chapo" war nur der legendäre US-Gangster Al Capone in den 1930er Jahren als Staatsfeind Nummer 1 deklariert worden. "Guzmans Sinaloa-Kartell ist der wichtigste Drogenlieferant in Chicago. Seine Leute importieren große Mengen Rauschgift in die Region und schicken Millionen Dollar an Drogengelder zurück nach Mexiko", sagte Kommissionspräsident J.R. Davis am Dienstag. In den etwa 100 000 Mitgliedern von Straßengangs in Chicago und Umgebung habe das Verbrechersyndikat willfährige Helfer gefunden. Die CCC hatte "El Chapo" bereits 2013 zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt. "Verglichen mit Guzman war Al Capone ein Anfänger", sagte Davis damals. Nach der Festnahme des Drogenbosses im vergangenen Jahr wurde er vorläufig von der Liste gestrichen.

Die mexikanische Regierung hat nun umgerechnet 3,5 Millionen Euro Belohnung auf Hinweise zur Ergreifung ausgesetzt. Zwei Tage nach Guzmans Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis wurden zudem der Gefängnisdirektor und der Chef der Strafvollzugsbehörde gefeuert.

Die letzten Momente vor der Flucht:

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